Spremberg: Erstes Gewerbegebiet in Spremberg

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Der Mittags Platz galt als das erste Gewerbegebiet in Spremberg. Er beherbergte mehrere Pächter und Unternehmen

Geschäftliche Vielfalt auf Mittags Platz / Erste Kleingärten dahinter
Bei so vielen Firmen auf einem Fleck war es doch schnell klar, dass viele Leser den „Mittags Platz“ auf dem Foto erkannt. Den Namen hat das Gelände erhalten, weil das Bauunternehmen Mittag damals das größte vor Ort war.
Helmut Hagen löst am Telefon: „Es war das erste Gewerbegebiet von Spremberg, begrenzt durch die Karl-Marx-, Zedlitz- und Karlstraße, ein sehr belebtes Gelände.“ „Die Zufahrt war vom Feuerwehrdepot aus, also im Bild von unten, aber es gab links auch eine Zufahrt von der Schädlingsbekämpfung“, ergänzt Norbert Fertig, wohnhaft in Spremberg.
Dorothea Schmidt und ihr Mann Norbert wissen: „Das Foto ist vom heutigen Parkplatz des Krankenhauses, damals Gasanstalt, aufgenommen worden. Links im ersten Schuppen (geschlossenes Tor) war die Feuerwehr, später die Müllabfuhr. Links daneben zur Stirnseite, nicht mehr auf dem Foto zu sehen, waren die Seilerei Fehrs, Malermeister Weber und später die Schädlichsbekämpfung. Es folgte ein Wohnhaus Hacke und Familie Nippraschk sowie die Konsumbäckerei – das alles ist jedoch nicht mehr auf dem Bild.“
Helmut Hagen zählt auf: „Auf dem Gelände waren die Schlosserei Kuhla, die FFw Spremberg, die Firma Donath Schädlingsbekämpfung, die Firma Höhna mit der Fischverarbeitung, die Tischlerei Schmidt, die ELG Einkaufs- und Liefergenossenschaft des Tischlerhandwerks.“ Norbert Fertig erinnert sich vor allem an die Schlosserei. „Ich hab ab 1962 in der Schlosserei Kuhla gelernt.“ Auch Norbert Schmidt ging einst in der Schlosserei Kuhla in die Lehre. „Es ist der Schuppen mit dem geöffneten Tor. Die Fenster gehörten zum Aufenthaltsraum und die Garagen ebenfalls zur Schlosserfirma. Nach hinten führte ein Gang zum Gebäude mit dem Schleppdach. Er führte zu der Halle mit dem geschlossenen Giebel und den beiden sichtbaren Rundbogenfenstern, dort befand sich die Tischlereigenossenschaft, wo Tischer einkaufen konnten. Dahinter die Halle ohne Dach, das war das Lager der Schlosserei Kuhla. Das Lager das war schon immer offen, das Dach war im Krieg abgebrannt“, berichtet Norbert Schmidt.
Und Helmut Hagen fügt hinzu: „Auch die GST und Garagen waren auf dem Gelände zu finden. Im hinteren Teil entstanden nach 1945 sechs Kleingärten, die die Familien Stein, Meißner, Clarius, Klinge, Kahle und Petrich Hagen nutzten.“
„Auf der Stirnseite zur Tischleigenossenschaft befand sich die Elektrofirma von Herrn Koloschee. Die sichtbaren Dachfenster in der Mitte der Halle gehörten zum Textilwerk. Die Spitze des Hauses ist nicht mehr zu sehen, dort war die Konsum-Schaufensterdekoration zu finden. Rechts davon war noch eine Tischlerei und ein Abfüllbetrieb Bärenquell Getränke – beides nicht mehr zu sehen“, so  Dorothea und Norbert Schmidt weiter. „Rechts von der Tischlereigenossenschaft, auf dem Hof mit den nächsten Flachbauten, das war der Kohlehandel Muschiol. Dahinter sind Gärten bis zum Weberweg. Der Schornstein gehörte zur Fischräucherei der Firma Höhna. Der dunkle Querstreifen dahinter war ein Schleppdach, dort befanden sich von links: der Schrotthandel und das Pferdefuhrwerk von Herrn Jurk.„Auf dem Bild ganz oben ist die Villa Wassermann zu sehen, damals Römmlerberg genannt. Dieses Haus gibt es noch, der Berg heißt aber heute Kollerberg. Die weißen Häuser in der Bildmitte stehen noch.“
„1970 wurde das Areal für den Wohnungsbau nach und nach geräumt. Das Foto könnte kurz vor dem Abriss entstanden sein, also in den 1960er-Jahren“, ergänzt Helmut Hagen.
Anstelle des ehemalige Gewerbegebiet  finden sich heute unter anderem Wohnhäuser und die Kollerbergschule. Auch die Freiwillige Feuerwehr ist immer noch hier ansässig. „Auf der anderen Straßenseite ist heute das Krankenhaus und der Nettoplatz“, schreibt Helga Reichstein.
Vielen Dank an alle Rätselfreunde und vor allem für die ausführlichen Beschreibungen. Als Gewinner haben wir Dorothea und Norbert Schmidt gezogen. Sie dürfen sich auf ein reproduziertes historisches Bild in einem feinen Holzrahmen freuen. Herzlichen Glückwunsch.