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Der Alte und sein Charisma

8. Juni 2018 | Von | Kategorie: Kommentare |

Der Alte und sein Charisma

 

Zum Wochenbeginn haben sich die Kommentatoren deutschlandweit wieder überschlagen. Von den großen Blättern bis zu den fernsten Provinzgazetten war Gauland das Thema. Manche, so war in der Deutschlandfunk-Presseschau zu hören, riefen sogar nach der Polizei.
Was soll das? Was steckt dahinter, dass die Medien dem Alten immer neuen Anhang zutreiben? Der ist vor seinem Jungvolk in die Sprachebene dieser Hörer gefallen und hat zwölf Jahre im Vergleich zu einem Geschichts-Jahrtausend einen (zeitlichen) „Vogelschiss“ genannt. Lächerlich, ja. Im Satz davor sprach er von der Last der Verantwortung für diese Zeit.
Der AfD-Chef ist wahrlich alles andere als charismatisch in seinen müden, wie hier wieder gezeigt, sprachlich auffallend dürftigen Vorträgen. Er soll ja mal bessere Zeiten gehabt haben, als er noch redlich in der CDU diente und gar Publizist war. Aber jetzt? Charisma bekommt er aufgestülpt. Ein erstaunliches Phänomen. Laut Max Weber, dem Ethiker des frühen 20. Jahrhunderts, resultiert charismatische Herrschaft aus der Autorität der außeralltäglichen persönlichen Gnadengabe. Sitte und Satzung entgleiten. Wie etwa heutzutage bei Trump oder nebenan manchmal bei Kaczynski. Aber wer, bitte, ist Gauland?
Hier in der Lausitz würde die AfD nach dem peinlichen Personalaufgebot, das sie in den Landratswahlen auf fahnengeschmückte Traktoren-Anhänger klettern ließ, bald vergessen sein. Und auf das, was der unhöfliche Alte sagt, hört hier ohnehin kein Mensch. Aber wie er wegen eines Vogelschisses zerlegt wird, das ist natürlich interessant.
All das wäre unnötig, ließen die sogenannten etablierten Parteien mal was Besprechenswertes verlauten.




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