Der letzte Schrei

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März. Die Natur kommt in Bewegung. Aus Afrika kehren die Schreiadler zurück nach Mecklenburg und Brandenburg. Im Rest Deutschlands sind sie schon ausgestorben. Fliegen auch einige der hier im Osten verbliebenen 100 Brutpaare ihrem nahen Ende entgegen? Sie werden bedroht von Windrädern. Wenigstens zehn Kilometer Distanz brauchten die eleganten Flieger zwischen ihrem Horst und den Riesenrotoren. Oft stehen die aber schon drei Kilometer neben schützenswerten Biotopen…
Es gibt Menschen, die kämpfen für  solche Vögel und den ganzen Reichtum der Schöpfung. NABU-Programme sorgen für Artenschutz. Auch in Brandenburg ist der NABU stark. 11 500 Mitglieder hat er, mit Zentren in Cottbus, Senftenberg, Spremberg, Kolkwitz und Peitz – 50 Gruppierungen insgesamt. Es versammelt sich viel Wissen und großes Engagement in diesen Kreisen.
NABU-Wertungen haben Gewicht, wo zwischen Natur und Technik zu wägen ist. Aktuell zum Beispiel in einem Ortsteil von Neuhausen, wo die Naturschützer diesen Sonnabend tagen: In Frauendorf soll auf 29 Hek-tar (!) ein Solarpark entstehen. Der Antragsteller bewertet: „Der Standort besitzt geringe Bedeutung für den Biotop- und Lebensraumschutz…“
Richtig aber ist: Die Agrarfläche gilt als Wildeinstandsgebiet, zudem Nahrungsraum für Roten Milan, Mäusebussard, Baumfalke, Waldohreule, Raubwürger, Neuntöter, Gold- und Gartenammer… Mehrere Krötenarten, Grasfrosch, Ringelnatter, Blindschleiche sind nachgewiesen.
29 Hektar dennoch unter Glas? Wieviel letzte Schreie von Adlern und anderen Vögeln können wir ertragen?
Der B-Plan liegt zur Stellungnahme bis 8. März im Amt Neuhausen aus.