Die fünfte Fakultät?

kommentar_j_heinrich_thumb_thumbVor allem für tausende beteiligte Studenten war diese reichhaltige Festwoche der Brandenburgischen Technischen Universität ein tolles Ereignis. Klar: Hier ankert zwischen den „Tankern“ TU Berlin und Dresden in finanziell noch flachem Fahrwasser eine kleine und feine Universität. So jedenfalls resümierte Hinrich Enderlein, der zuständiger Wissenschaftsminister in Brandenburg war, als alle zum Stapellauf bereit standen. Nein, Gründungsrektor Günter Spur gab es zunächst noch nicht. Die hiesigen Profs Schlüßler und Wagenbreth hatten das Konzept erarbeitet und so weit geführt, dass bereits am 15. Mai 1991 mit dem Brandenburgischen Hochschulgesetz die Technische Universität Cottbus beschlossen werden konnte. Dann erst kamen, zum Glück, Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. mult. Dr. Ing. E.h. Günter Spur und andere und setzten die Masten zur großen Fahrt.
Schlüßler und Wagenbreth fehlten während der Festveranstaltung in der ersten Reihe, so wie in denen weiter hinten die Studenten und Sympathisanten der Uni. Vielleicht hat beides kausal damit zu tun, dass dieser rein technischen Schule eben immer noch die fünfte Fakultät fehlt, die geisteswissenschaftliche. Die würde dann auch in Geschichte, Politik und Kultur tiefer schürfen und entdecken, was auch die östliche Welt im Innersten zusammenhält. Prof. Zimmerli, der sich noch zwei präsidiale Jahre zubilligt, hat gelobt, diese fünfte Fakultät zu schaffen, ehe er zurück in die Schweiz düst. Dann sollte er zum ersten echten Protokoll-Jubiläum, dem 25., in der ersten Reihe eines überfüllten Audimax sitzen dürfen, neben den Wegbereitern und den Gründern der Uni. Und hoch geehrt. Das sei ihm dann gegönnt. Jürgen Heinrich