Es kommt viel in Bewegung, seit die Uni Cottbus ernsthaft infrage steht.
Höchstwahrscheinlich wird das Volksabstimmungs-Verfahren, wie es die Landesverfassung als basisdemokratisches Mittel ermöglicht, große Zustimmung finden. Jetzt haben namhafte CDU-Politiker der Region und selbst aus dem EU-Parlament ihren Namenszug auf die Listen geschrieben. Tausende weniger Prominente werden folgen, und mit jeder Unterschrift geht auch ein Nachdenken über die Lage einher, in der sich der akademische Süden Brandenburgs aktuell befindet.
Es war die Gründung des Landes und die Vermeidung der Fusion mit Berlin, die diese südliche universitäre Feste ermöglichte. Berlin hatte genügend Hochschulen; einer oder gar zweier in Cottbus hätte es nicht bedurft. Das war die große Chance. Für die Hochschulen, für die Region. Besser: Für beide gemeinsam.
Der Start verlief euphorisch, dann folgte das eitle Streben, ein bisschen wie andere, altehrwürdige Unis zu werden. Ein wenig Tübingen oder Heidelberg oder wenigstens Jena.
Das war (und bleibt!), zumal einhergehend mit leichter Arroganz gegenüber märkischer Schlichtheit, genau der falsche Weg. Was es schon gut gibt, braucht die Welt nicht nochmal, schon gar nicht in Cottbus. Hier hätte es gegolten, den Umweltansatz und die geologische Komponente zu entwickeln. Einfach nur besser zu sein auf diesem oder einem anderen Gebiet. Unentbehrlich gut.
Es wird wohl nicht möglich sein, mit Rücksicht auf schwächelnde Infrastruktur eine Uni durchzupäppeln, den Cottbusern zuliebe. Nun schaut die Öffentlichkeit höchst gespannt auf ein Konzept der Professoren, das – einfach nur besser ist. Jürgen Heinrich





