Himmelfahrt für die Familie

kommentar_j_haberlandDie Vorfreude auf Donnerstag ist schon jetzt an Stammtischen spürbar; überall werden Tourenpläne abgesprochen, Freunde angerufen. Wir feiern Christi Himmelfahrt! Sicher wieder mit reichlich Alkoholkonsum während und zwischen den zu erradelnden Stationen. Diese Stationen – die vielen gemütlichen Gasthäuser vor allem auf dem Lande – haben sich darauf eingestellt und laden mit vollen Fässern, Deftigem vom Grill, Plinsen und Livemusik. Ja, wir feiern Himmelfahrt zurecht auch ein wenig ausschweifend. Es ist kein Ergebnis von Wendezeiten, nein, schon im vierten Jahrhundert endeten die Bitttage mit mehr Wein als Weihwasser, mit Gesang und Wettkämpfen. So dankten früher die Menschen für den Eintritt Christi in die göttliche Herrlichkeit und feierten gleichzeitig das Ende der Bittprozession für eine gute Ernte. Heute denkt wohl nur eine Minderheit an Jesus’ Auferstehen oder beendet gar eine Bittprozession. Dafür wandelt sich der Festtag, der nicht unbegründet als Vatertag das Pendant zum Muttertag bildet, zum Familien-Ausflugstag. Eine wunderbare Entwicklung, die das Familienleben wieder mehr in den Vordergrund rückt. Es kann gar nicht genügend Tage im Jahr geben, an denen Eltern mit ihren Kindern ins Grüne fahren, auf saftigen Wiesen picknicken und gemeinsam alte und neue Spiele spielen. Das dürfte auch ganz im Sinne Jesu sein. Zu oft bleibt vielen Eltern zu wenig Zeit für ihre Sprösslinge. Da kommt doch Himmelfahrt genau richtig! Und dass dabei der Blick ins Glas gezügelt wird, ist ein ebenso erfreulicher Nebeneffekt. Also, rauf auf die Räder und hinein ins Grüne! Wie unsere Vorfahren, die in die Flur ritten, wenn es auch nur die Männer waren.