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Jürgen Heinrich kommentiert: Cross medial

Kommentare | Von | 17. Mai 2019

Guten Morgen. Hallo Nachbar!
Wo Grüße übern Gartenzaun oder zur anderen Straßenseite schallen, scheint das Niederlausitzer Miteinander noch in Ordnung zu sein. Es ergeben sich Gelegenheiten, über Dinge des Alltags zu reden. Über schon wieder neue Gebühren oder über die Leute, deren Konterfeis an den Lichtmasten hingen. In Cottbus-Sandow sechs übereinander. Eine Initiative hat so viele Plakate gedruckt, dass sie ihr Cottbus, für das sie Kandidaten aufstellt, überflutet und gleich noch den Nachbarort Klein Gaglow mitschmückt, der zu Kolkwitz gehört und damit im Spree-Neiße-Kreis liegt. Vielleicht wollen die Newcomer die Kreisgebietsdebatte nochmal befeuern.
Immerhin redet man drüber und bekommt vielleicht auch Antworten. Kommuniziert wird heutzutage mehr denn je. Nicht nur Fernsehen, Radio und Zeitungen verbreiten Nachrichten oder stehen kommentierend oder beratend zur Verfügung, sondern zunehmend auch die sogenannten Neuen Medien, auch als Soziale Medien, neudeutsch: social media, bezeichnet. Wer mag, kann sich hier äußern, was zunächst erfreulich klingt, leider aber zunehmend auch Schmutz aufwirbelt. Die Reichweiten dieser Plattformen sind riesig, ihre Reichnähen hingegen nahezu bedeutungslos und kaum kalkulierbar. Vor nicht allzu langer Zeit hat ein Cottbuser Oberbürgermeisterkandidat vor allem auf sie gesetzt und dadurch sein Amt eingebüßt.
Im Dschungel von tausend Fernsehkanälen, schrillem Blätterwald und vielen Radiosendern fällt den Menschen die Orientierung schwer. Mancher verliert sich an die Schlagworte und lärmenden Sprüche.
Wer sich zurechtfinden will, muss heute „cross medial“ unterwegs sein, quasi kreuz und quer alle Kommunikationstechniken mit kritischem Verstand nutzen. Am verlässlichsten aber bleibt das Hallo Nachbar! Mit dem direkten Gespräch, das sich dem altbewährten Handschlag anschließt. J.H.



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