Unser Brandenburger Landtagspersonal lief in dieser Woche zu größter parlamentarischer Debattierlaune auf. Alle legten sich mächtig ins Zeug. Nein, es ging natürlich nicht um die führungslos trudelnde BTU Cottbus-Senftenberg, auch nicht um den statistischen Polizistenschwindel, nicht um Unterrichtsausfälle, Alkoholismus in Hartz-IV-Familien oder Mitgliederschwund in den Kirchen. Nicht mal um Flugplatz-Peinlichkeiten ging es, sondern nur um einen vollkommen flugunfähigen kleinen Roten Adler. Der wird nun nach namentlicher (!) Abstimmung am Rednerpult angebracht. Der große weiße, den eine seinerzeit extra berufene Kunstkommission (!) befürwortet hatte, wird von der Wand abgenommen. Architekt Peter Kulka, der den außen stadtschlossähnlich historisierten, innen in blasser Moderne gebauten Landtag entworfen hat, darf ihn daheim in die Garage stellen. Die Landtagsabgeordneten, die sich nicht wie Hausherren, sondern wie Hausmeister gebärdeten, haben etwas Geld für einen Rechtsstreit gespart, aber Unmengen dabei vergeudet. Denn ihr blamables Gesabbel finanziert der Steuerzahler. Über nichts, außer den Schönefeld-Skandal, haben sie so viel geredet und ist so viel kleindeutsche Druckerschwärze vergeudet worden, wie über diesen Vogel, den die Linke Kerstin Kaiser zuletzt als askanisch-absolutistisches Ungetüm verteufelte. Der Grünen Marie Luise von Halem verlieh der Vogel dagegen philosophische Flügel: „Die Kunst der Freiheit zeigt sich in der Freiheit der Kunst“, fasste sie zusammen.
In Cottbus geht das einfacher: Da wird ein edelstählerner Krebs auf Krücken vors Stadthaus gestellt und kein Mensch spricht drüber.
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