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Kommentar 17./18.11.18: Haben wir Helden?

Kommentare | Von | 16. November 2018

Heinrich kommentar wp 1

Jürgen Heinrich kommentiert

Die Frage ist schwer zu beantworten. Noch dazu am Volkstrauertag-Wochenende. Haben wir Helden?
Ja, im Alltag gibt es Helden, die Bedeutendes vollbringen, zielstrebig arbeiten, Erfolge vorweisen, die eine Sache voranbringen. Es gibt eine ganze Poesie der Verehrung von Alltagshelden. Im östlichen Sozialismus waren Straßen der Besten unterm Roten Stern wahre Heldenalleen.
Helden in Kriegen gab es, soweit sich die hier Frühergeborenen erinnern, nur in Spanien: „Der Morgen leuchtet in der Ferne, bald geht es zum neuen Kampf hinaus.“
Was aber ist mit den Steinen für die Gefallenen der großen Kriege und der Schlachten im 19. Jahrhundert? An manchen liegen, sogar offiziell, Kränze am Volkstrauersonntag.
Besser, wir bleiben dabei: Helden haben all diese Kriege, vielleicht abgesehen von Kameradschaftshilfe, kaum hervorgebracht. Aber es sind Menschen gestorben: Väter, Söhne, Brüder, auch Mütter und Töchter.
Es tut nicht gut, dass wir das verdrängen aus Angst vor falschem Heldenkult. Es ist Trauer, noch immer anhaltende Trauer, die Dorfeinwohner bewegt, die Denkmale für Großväter und Urgroßväter herzurichten. Wer solcher Gefühle fähig ist, spürt auch die Wurzeln, die ihn halten. Und wo Menschen auch Blumen auf die Gräber der anderen legen, hat sich die Frage nach dem Heldentum erledigt.
In Städten und kirchenfernen Kreisen lebt die Volkstrauer kaum. Ganz im Gegenteil: Böser, schriller Lärm wird veranstaltet an Tagen, die dem Gedenken gehören sollten. Es tut weh, das entgeistigte Geschrei am Tag des Infernos für Cottbus. Parteien heizen das gar an. Hoffentlich sind alle still und wenigstens einmal demütig an diesem Volkstrauertag – ohne Helden.

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