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Kommentar: Bleiben Sie gesund

Kommentare | Von | 3. April 2020

Aus einer sonst eher höflich-gutgemeinten Floskel ist dieser geradezu eindringliche Wunsch auf den Weg geworden. Statt „Auf Wiedersehen“ oder dem vertraulicheren „Tschüss“ heißt es „Bleiben Sie gesund!“ Es klagt an fast allen Ladentüren, handgeschrieben oder sauber gedruckt: Leider geschlossen…
Corona hebelt alles und alle aus. Selbst die hochgeschätzte Medien-Pfarrerin Margot Käßmann scheint irritiert. „Strafe Gottes? Entschieden: Nein!“ titelt sie einen mehrfach publizierten Text, um schon ein paar Zeilen weiter das Gegenteil zu fürchten: „Manche denken an eine Strafe Gottes, weil ihnen bewusst wird, sich nicht genügend um Mitmenschen und die Schöpfung gesorgt zu haben. Wenn das so ist, könnte es zu einem Umdenken kommen… Das wäre ein hoffnungsvolles Ziel.“ Also: Strafe Gottes oder nicht? Der Schöpfer sei in der Bibel nicht als Marionettenspieler beschrieben worden, heißt es hier, aber auch andere Autoren martert Sonderbares: „Es wurde wohl Zeit, dass wir den globalen Dämpfer unserer Selbstroutinen, überreizten Unterhaltungssüchte, maßloser Konsumentenmentalität und der arroganten westlichen Denkart gegenüber anderen Kulturen zu spüren bekommen…“ (Jo Fabian).
Ja, Einsamkeit lässt, wenn sie Raum findet, nebulöse Gespinste entgleisen zu düsteren, entrückten Bildern. Vielleicht bezieht es sich vor allem darauf, dieses eindringliche, vieltausendfache „Bleiben Sie gesund!“ Gesund im Atmen, aber gesund vor allem auch an  Seele und Verstand. Psychologen warnen längst vor drohenden Folgen des Entzugs aus der Gemeinschaft. Die Politik sollte sich hüten, durch Druck, Strafandrohungen und Repressalien seelische Not zu schüren. Jeder braucht jetzt Hilfe, seinem Tag Struktur und Sinn zu geben, ohne Angst vor einem Gottesgericht. Es gilt nur, die Wirkungen eines Virus zu bannen, nichts sonst. Vorerst. Bleiben Sie also gesund und entspannt.             J.H.

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