Es gibt wenig Heiliges, das so diffus ist, wie dieser Valentin, ein italienischer Bischof aus dem 3. Jahrhundert. Aber er ist populär, auch hier in der Lausitz, obwohl keine der ihm geweihten Kirchen in unserer unmittelbaren Umgebung steht. Die nächste finden wir im heute polnischen Kulm / Chelmno, ein Städtchen mit knapp 20.000 Einwohnern und vielen, vielen Verliebten. Das liegt daran, dass in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt eine Reliquie des Heiligen Valentin bewahrt wird. Am Valentinstag, dem 14. Februar, kommen scharenweise Leute, um das Silberkästchen, das dann gezeigt wird, zu bewundern. Was genau drin ist, weiß wohl niemand. Aber der Ort macht was draus, nennt sich „Stadt der Verliebten“, und am Rathaus auf dem Markt prangt am Martinstag ein Herz mit brennenden Kerzen. Alle Bäcker backen herzförmige Valentinssemmeln, und wer an diesem oder einem anderen Tag in dieser Stadt heiraten möchte, muss sich Jahre vorher (!) anmelden. Die Kulmer Pommern, deren Stadt übrigens offiziell Ort an einem Jakobsweg ist, verstehen ihr Geschäft, und darum vor allem geht es ja im Falle Valentin, dem Schirmherrn der Jugend, der Verliebtem, der Reisenden und der Imker.
Bei uns hat es sich auch, aber nicht nur, bei jungen Menschen eingebürgert, am Valentinstag schön in ein Restaurant essen zu gehen, einen guten Wein zu bestellen oder wenigstens mit Blumen zu zeigen, dass es mit der Verliebtheit noch immer oder wieder aufs Neue zum Besten steht. In diesem Jahr passt es gut – der Tag der Verliebten fällt auf einen für die meisten von uns arbeitsfreien Sonnabend. Es bleibt noch bisschen Zeit, etwas zu organisieren. Wer das Angebot beim Schopfe packen will, nimmt den Valentin gleich multifunktional beim Wort, verschenkt liebevoll eine gemeinsame Reise, die dann wohl unterm Schirmherrn auch glückt. Zur Vorsicht kann man ja Honigbrötchen frühstücken, zum Wohle der fleißigen Imker. J.H.
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