Kommentar: Die Kissen voll Geld

Da wächst allenthalben was. Blühende Landschaften. Das Kohl-Wort wird da und dort wieder zaghaft aufgegriffen. Unterwegs sagte jetzt jemand, als größeres Sponsoring für den Sport zur Sprache kam: „Kein Problem für die. Die haben die Kissen voll Geld. Die schlafen schon im Sitzen.“
Schöner Spruch, oder? Der, dem er galt, fördert in der Tat großzügig den Sport. Sein Handwerk läuft, er hat um die 20 Beschäftigte.
Die Kissen voll Geld? Gewiss nicht praktisch. Aber gäbe es viele, die’s im übertragenen Sinne, also wohlsortiert und ehrlich versteuert, auf Konten hätten, dann ginge es unserer Gegend deutlich besser. Zumindest dann, wenn Politik durch Investitionsanreize das Geld aus den Ruhekissen befreite. Denn dies gilt als sicher: Kein wacher Unternehmer hortet Gewinne in Kissen. Nicht mal auf Konten. Wo etwas wächst, steigt bei gesundem Klima die Lust zu investieren, zu expandieren, zu beschäftigen, zu gestalten.
Heutiges Blühen ostdeutscher Landschaft lebt vornehmlich von warmen Schauern öffentlichen Förderregens. Mit dem spürbaren Nachteil zunehmender Entmündigung der Kommunen? Cottbus erhöht gerade Steuern. Das fordert das Land als Bedingung für Förderzusagen. Welch fataler Irrweg!
Hoffentlich behält der von unterwegs mit den „Kissen voller Geld“ Recht. Wenn es solchen Reichtum aus ehrlichem Handwerk oder innovativen Firmen gibt, werden wir irgendwann selbsttragende Wirtschaft erleben. Ordentlich bezahlte Arbeitsplätze könnten entstehen, Wohlstand beginnt für alle. Bescheidener. Denn: Wer, unter uns gefragt, will schon dauernd im Sitzen schlafen?

J. Heinrich

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