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Kommentar: Die Sprache der Bilder

5. Oktober 2018 | Von | Kategorie: Kommentare |

Kommentar: Die Sprache der Bilder

Jürgen Heinrich kommentiert

Tiefgeistige Reden und sinnreiche Transparente, wie etwa bei der Berliner Demo der 500 000 am 4. November 1989, gibt es nicht mehr. Das war der Höhepunkt der friedlichen und intellektuellen Revolution. Fünf Tag danach fiel die Mauer.
Einigkeit und Recht und Freiheit waren körperlich zu erleben als des Glückes Unterpfand. Das Glück bröselt nun dahin; den Rednern fehlt es an glaubhaften Worten, und Bilder beginnen zu sprechen.
Kein Satz von Bedeutung über den Tag hinaus fiel bei den Feierlichkeiten am Tag der Deutschen Einheit. Nur die schier endlose Reihe von Ortsschildern – nicht der Ost-West-Regel, sondern dem Gesetz des Alphabetes folgend – bleibt vielleicht im Kopf.
An der Cottbuser Stadthalle saßen Tage zuvor 300 Bergleute auf ordentlich gereihten Stühlen. Als ihr Kraftwerksblock in Jänschwalde vom Netz ging, standen sie auf und gingen. Ihre Plätze blieben leer. Arbeitsplätze. Das Bild war beklemmend, schmerzhaft und wahrhaftig bitterbös.
Am 3. Oktober bei Spätmittagssonne überragte andere Demonstranten an gleicher Stelle ein riesiges graues Trojanisches Pferd. Der Protest gegen zu viele Fremde, die Angst vor deren eventuellem Machtanspruch, ob begründet oder nicht, war in ein Bild gegossen, und den 1000 oder etwas mehr Menschen mag es Sorge bereiten.
Solche Cottbuser Bilder sprechen von Befindlichkeiten hier in der Lausitz. In beiden Fällen sind das Themen, die rein gar nichts mit der immer wieder gern verteufelten DDR zu tun hat, die heute vor 69 Jahren ausgerufen wurde. Ihre Gründer hatten schnell die Ideale vom „Deutschland, einig Vaterland“ vergessen und sich selbst gut versorgt. Was aber ist aus den Gründern der Einheit von 1989/90 geworden…? JH

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