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Kommentar: Hauch von Weimar - Märkischer Bote - Märkischer Bote
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Kommentar: Hauch von Weimar

7. Februar 2020 | Von | Kategorie: Kommentare |

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Es ist, um an ein Thema der Lausitz anzuknüpfen, wo Goethes „Faust“ in spannender Inszenierung von Jo Fabian im Gespräch ist, die Gretchenfrage, die in Thüringen angesprochen ist: Wie hältst Du’s mit der Religion? Was gelten allgemein anerkannte Werte?
Vor allem die Partei mit dem C ist dort dramatisch ins Schleudern geraten. Nicht erst bei der Ministerpräsidentenwahl in dieser Woche – sie schlingert schon lange und kann sich als eine AKK-Merkel-Feldeinheit auch nicht fangen. Mit ihren und den Stimmen der AfD wurde jetzt der FDP-Mann Thomas Kemmrich zum Ministerpräsidenten gewählt. Eine Stimme mehr als der Linke Ramelow errang der erklärte AfD-Gegner. Während besonders bei den erfolglosen Berliner Koalitionären CDU und SPD die Forderung nach sofortigen Neuwahlen immer lauter wird und sich pfeifende Demonstranten vorm Thüringer Landtag sammeln, hat Kemmerich schon mal den Terminkalender von Ramelow übernommen und ist nach einer Erfurter Konferenz zu einem Carl-Zeiss-Empfang nach Jena geeilt. Im politisch zerrütteten, wirtschaftlich aber intakten Land in der Mitte Deutschlands will er eine Minderheitsregierung mit Ministern aus CDU, SPD und Grünen installieren. Die beiden Letztgenannten haben schon blockiert: Mit uns nicht! Den klassischen Berliner Parteienspruch, unsere Landesverbände entscheiden selbst, haben alle Chefs an der Spree vergessen. Sie legen „einen Hauch von Weimar“ über das kleine Land, und loben Ramelow sogar dafür, dass er im Netz Hitler zitiert. Wie hält es die Politik mit der Religion?
Auch FDP-Chef Lindner glaubt nicht daran, dass sein durchaus charismatischer Mann der Mitte in Erfurt durchhält. Die Eitelkeit erlaubte es ihm nicht, die Wahl nicht anzunehmen. Nun läuft alles auf gänzliche Neuwahlen in Thüringen hinaus. Wird das Ergebnis dann die Demokratie stärken? Zu vermuten ist, eher nicht. J.H.




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