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Kommentar: Im Gespräch bleiben - Märkischer Bote - Märkischer Bote
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Kommentar: Im Gespräch bleiben

10. Januar 2020 | Von | Kategorie: Kommentare |

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Womit eröffnet ein Lausitzer Handwerkspräident einen feierlichen Empfang im Jahre 2020? – Mit Beethoven natürlich! Dabei haben wir in der Gegend nicht mal mehr Klavierbauer; die gab’s bis wenige Jahre nach dem Krieg in Forst. Dann nicht mehr. In Liebenwerda baut die Firma Voigt seit 115 Jahren Orgeln; aber dafür komponierte der Meister nicht.
Nein, Bäckermeister Dreißig zitierte den nachdenklichen Beethoven: „Der Mensch besitzt nichts Edleres und Kostbareres als die Zeit“ soll der mal gesagt haben. Ihm selbst blieb bekanntlich nicht viel davon, und auch dem guten Handwerk wird sie stets knapp. Trotzdem bleibt soviel, zur Erbauung gute Musik zu hören. Wenn Konzerte im Staatstheater erklingen,  lauschen jede Menge Handwerker andächtig in den Reihen.
Aber wie hört sich der Alltag an im Lande von Goethe, Schiller und Beethoven! Das hat nur selten noch  mit unserem kulturellen Erbe zu tun, klagt der Präsident. In den anonymen „sozialen Medien“ pöbeln und motzen die Menschen unerträglich. Nichts blieb von der Freude deutscher Einheit. Neue Mauern aus Frust, Wut und Hass sind entstanden.
Dem müssen wir etwas entgegen setzen! war die eindringliche Botschaft  des Gubener Bäckermeisters an der Spitze der Handwerkskammer: „Lassen Sie uns dafür sorgen, dass wir miteinander im Gespräch bleiben.“ Im Haus des Handwerks wurde dafür am Dienstagabend ein guter Anfang gemacht, und auch die anderen Neujahrsempfänge, die schon stattfanden oder noch folgen, boten oder bieten gute Gelegenheit dafür.
Sie hatten sich schon etwas abgenutzt, diese Empfänge bei Bier und Stullchen. Jetzt  werden sie nötiger denn je. Die Gesellschaft ist gespalten, aber aus beiden politisch fast unversöhnlichen Teilen folgen Vertreter dem Ruf  zu den Empfängen. Tatsächlich. Alle sollten im Gespräch bleiben, wenn nötig, auch ohne Klaviermusik.     J.H.

rink
Author: rink




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