Brandenburg erholt sich. Badestrände und Campingplätze sind vollkommen ausgelastet, Reiseunternehmen zeigen gestressten Märkern die Welt. Hoffentlich kommen alle gesund und gut erholt zurück. Vor allem den rund 22.500 Lehrkräften ist das zu wünschen, denn auf sie wartet ein neues herausforderndes Schuljahr. Die Schülerzahl nimmt zu, die der Lehrer ab. Somit lässt sich einem der größten aktuellen Schulprobleme, dem hohen Krankenstand, gewiss nicht beikommen, zumal auch keinerlei Maßnahmen von Seiten der Politik bekannt sind, um die Gesundheitssituation vor allem an den Schulen in öffentlicher Trägerschaft zu verbessern.
Auch die Wirtschaft hat Kummer mit steigendem Krankenstand. Die Zahl von 5,9 Prozent wird hier aktuell genannt. Bei Lehrerinnen und Lehrern liegt er doppelt so hoch. Besonders betroffen sind Grund-, Ober- und Förderschulen, wo die Belastungen offenbar vielfach kaum zu meistern sind. Wie schwer es in diesem Alltag zur Sache geht, deutet die Zahl der Langzeitkranken an. Sie erreichte im Juni 2025, also kurz vorm rettenden Ufer der Großen Ferien, die Zahl von 632 Personen, das sind 2,7 Prozent der Lehrer; davon 277 in Grundschulen, wo somit 3,1 der Lehrer ausfielen. Den traurigen Fehl-Rekord hatten verbliebene Kolleginnen und Kollegen im Dezember 2023 in Brandenburgs Förderschulen öffentlicher Trägerschaft zu bewältigen:19,7 Prozent der Lehrkräfte waren krank!
Die Litanei der Zahlen sagt wenig über die Lasten, die Menschen zu tragen haben, die sich eigentlich eine der schönsten Berufsaufgaben vorgenommen hatten: glückliche Kinder ins Leben zu führen. Sie sagen aber alles über die Kälte der brandenburgischen Bildungspolitik. Ihre traurige Hoffnung richtet sich darauf, dass in absehbarer Zeit die Schülerzahlen – leider! – deutlich abnehmen werden. Aktuell schließen schon Kindertagesstätten, die verbliebenen öffnen bei weitem nicht bedarfsgerecht.
Fehlende Ordnung im System, von der Kita bis in die Schulstuben, bringt zuletzt die Lehrer ans Limit. J.H.
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