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Kommentar: Störfrei in der Krise

Kommentare | Von | 25. Februar 2022

Das Kriegsgebiet im Osten der Ukraine liegt 1600 Kilometer, etwa zwei Flugstunden, von uns entfernt. Nahe genug, um uns mit Sorge zu erfüllen. Auch, weil wir, die Deutschen mit den NATO Partnern, vieles falsch gemacht haben. Schon lange bevor es im Kohlerevier am Donbass krachte, fuhren nächtelang US-Panzer durch unsere Lausitzer Bahnhöfe und stehen drohend an der russischen Grenze. Und Kanzler Scholz kränkte und provozierte den mächtigen Putin, indem er erst nach Kiew und dann nach Moskau fuhr. Wie dumm. Diplomatie und Militärstrategie haben einmal mehr auf ganzer Linie versagt. Reparieren lässt sich das nicht mit der Bereitschaft „mal zu frieren“, wie ein CDU-Landtagsabgeordneter in den sozialen Medien hofft. Wenigstens hat er erkannt, wie unmittelbar hier jeder betroffen ist von dem fatalen Geschehen. Während sich die EU und die USA darin gefallen, 351 Abgeordnete der Duma, führende Militärs und möglichst auch Putin selbst (wie absurd!) persönlich abzustrafen, dürfen wir uns darauf einrichten, diese Last zu tragen. Der Gaspreis (über 50 Prozent beziehen wir aus Russland) vervielfacht sich, Öl geht schon durch die Decke. Teuer wird das nicht nur für private Heizungen, sondern über die Industrie für alle Produkte: Stahlwerke, Chemieindustrie (Kunstdünger für die Landwirtschaft!) und Autoproduktion sind vom Gas abhängig. Wie blauäugig Deutschlands Führung unterwegs ist, zeigt das Zitat eines Wirtschaftspolitikers: Es sei alles nicht so schlimm, denn „wir kommen gut durch diesen Winter“, die Erdgasspeicher seien zu 32 Prozent gefüllt. Die Haare sträuben sich. Seit Napoleon ist die Einfalt gegenüber Russland immer am Winter gescheitert.
Kein Zweifel: Putin muss bestehende Grenzen akzeptieren. Das war die Verabredung, die uns alle vor 30 Jahren aus dem Kalten Krieg erlöst hat. Aber es war auch seriöse Zurückhaltung der NATO versprochen. Es bleibt zu reden. Und zu beachten, dass Lausitzer Energie wieder ihren Ur-Wert hat: Sie macht störfrei. J.H.

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Lieber Jürgen Heinrich, Gratulation und Dank zu diesem gelungenen Kommentar (Bote vom 26./27.02.). Dem ist nichts hinzuzufügen! Ich wünschte, mehr Menschen würden endlich beginnen darüber nachzudenken, was auf dem Spiel steht. Es geht nicht um kalte Wohnungen, drastische Spritpreise und den nächsten tollen Urlaub. Es geht um die Zukunft für unseren Planeten. Diese steht auf dem Spiel. Also Schluss mit unserer Bequemlichkeit, mit Eitelkeiten und Starsinn. Nichts Geringeres als der Weltfrieden steht auf dem Spiel!


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