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Kommentar: Wem Ruhm gebührt

Kommentare | Von | 6. Mai 2022

Dies ist ein besonderer Sonntag. Von 1950 bis 1967 beging Ostdeutschland das Datum als gesetzlichen Feiertag, den „Tag der Befreiung“ mit Kranzniederlegungen und immer wieder viel Nachdenklichkeit. Die deutsche Wehrmacht hatte tags zuvor am 7. Mai 1945 bedingungslos kapituliert, der Weltkrieg war vorbei für Europa. Amerika sprach vom VE-Day (Victory in Europe Day). Die Sowjets feiern seither am 9. Mai ihren „Tag des Sieges“. Ihr „Großer Vaterländischer Krieg“ dauerte über 1 400 Tage und hat 27 Millionen Menschenleben gefordert, nicht nur Russen, auch Georgier, Kasachen, Letten und natürlich Ukrainer. Jede Familie im riesigen Land war betroffen – vom Verlust und von der großen Freude zuletzt über die Sieg. Im heutigen Russland gibt es keinen bedeutenderen Feiertag als diesen. Soundsoviel „Let Pobiedy“ – Jahre Sieg – plakatiert stolz jeder Ort, und die Gesellschaft speist daraus noch heute ihre Identität. Wir hier im Osten verstehen das. Im Westen hieß es noch 1970 gegen Willy Brandts Verständnis-Erklärung: „Niederlagen feiert man nicht.“
Nach Richard von Weizsäckers Bekenntnis zum Tag der Befreiung von 1985 hat sich viel geändert bis hin zu Gerhard Schröders Satz im Jahr 2000: „Es ist die Befreiung von Völkermord und den Grauen des Krieges.“ Ach, wäre es doch so!
Die letzten zwei Monate haben uns aufgeschreckt. Deutschland will Panzer schicken auf Äcker, die einst die Wehrmacht zerpflügte. Den Spitzen der EU fällt nichts Besseres ein, als diesen Wahn zu befeuern. Wann, fragt sich die vernünftige Welt, kommt Politik zur Besinnung, beenden Verhandlungen den Krieg? Die Ukraine braucht ihren „Tag der Befreiung“ ohne „Endsieg“! Und – ja, bitte – den Befreiern von 1945 billigen wir den Ruhm zu, der ihnen zusteht. Den noch lebenden 55 000 Veteranen des vaterländischen Kampfes, ihren Familien, ihren Erben, die sich nach Frieden sehnen. Wir sollten sie nicht ausladen aus unserem Gedenken an unserem 8. Mai. J.H.

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