Kommentar: Wolf, Bär & Luchs

Die Wölfe haben erst einmal gewonnen. Verlierer ist der selbstverliebte Ex-Staatsekretär Gregor Beyer, einst Landesvorsitzender der FDP. Als er verkündete, dass es in Brandenburg mindestens 1.000, vermutlich aber 1.500 oder mehr Wölfe gebe und vorschlug, ein Drittel davon abzuschießen, feuerte ihn seine Chefin, die Landwirtschafts- und Umweltministerin Hanka Mittelstädt (SPD), die nur von 500 Wölfen im Land weiß. Sie werde sich nun selbst um ein „vernünftiges Wolfsmanagement“ kümmern, das 2026 stehen soll.

Familie Isegrim, inzwischen weit im Westen und sogar in die Nähe von Köln verbreitet, führt seit 2007 Brandenburgs Politik an der Nase herum. Obwohl es inzwischen dicke Gesetzeswerke über ihr Dasein und ihren Schutz gibt, bleibt der Wolfsbestand ein Würfelspiel. 12 Millionen Euro hat das Land bisher an Tierhalter für Elektrozäune und Herdenschutzhunde ausgereicht; der Wolf indessen nimmt sich fast täglich seine Lämmer. Hält der Trend wölfischer Dominanz an, bleibt den Brandenburgern als Verlierer dieses Wettlaufs nur der Umbau der Ökonomie zur Ökologie, wie ihn das Ehepaar Promberger vielbejubelt in den rumänischen Karpaten betreibt. Ihre „Fondation Coversation Carpatia“ wurde 2023 mit dem Bambi ausgezeichnet. Auf 250 Quadratkilometern haben sie Europas größten Nationalpark geschaffen, eine Landschaft, in der sich die wenigen verbliebenen Menschen den Bedürfnissen von Wolf, Bär und Luchs unterordnen. Barbara Promberger wird aktuell bevorzugt zu Interviews deutscher Staatsmedien eingeladen. Sie könne sich solche Lebensräume auch in Deutschland und Österreich vorstellen, vielleicht nicht in industriellen Zentren, aber…

Ja, aber in Brandenburg, wo sich die Wolfsrudel schon zu Wortführern des Strukturwandels erhoben haben, scheint ein Nachahmer-Projekt des Karpaten-Wunders möglich.
„Europa muss wilder werden“, fordern die Bambi-Preisträger. Lausitzer Wölfe heulen da freudig auf hier im Militär- und Bergbaunachlass. J.H.

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