Mit Frühjahrsputz vor unseren Häusern und an den Spreeufern wird nach diesem Winter nichts getan sein. Jedenfalls nicht genug.
Lange waren die Straßen in Cottbus nicht in so desolatem Zustand wie gerade jetzt. In vielen Orten des Spree-Neiße-Kreises sieht es ganz ähnlich aus, und nach einer ersten Inspektion fällt auch die Begutachtung vieler Radwege düster aus. Nach großzügigen Investitionen während der 90er Jahre in diese Tourismusbringer hat auf den meisten Strecken nie eine Pflege stattgefunden. Die Kraft der Baumwurzeln hat sich nun mit dem Erosionsdruck des Winters gegen den Schlendrian der Wege-verwaltungen verbündet.
Soweit man fragt, antwortet aus den Verwaltungsstuben aller Ebenen Ratlosigkeit. Niemand muss seinen Enkelkindern mehr die Geschichten vom Straßen-elend in DDR-Zeiten vorbeten – der heutige Zustand ist trotz besserer Materiallage teilweise schlimmer. Manche Nebenstraße verkommt im Reparaturrückstand derart, dass irgenwann nur noch kompletter Neubau hilft. Die Anlieger wird die Kostenbeteiligung freuen.
Woran liegt es, dass sich der Straßenzustand in unserer Region seit den 90er Jahren stetig verschlechtert, wo doch die Ausgaben für geförderten Straßenbau längst utopische Summen erreicht haben und noch immer steigen?
Sind die Winter andere als früher? Sind die Belastungen in einer von Industrie längst entleerten Region größer?
Beides trifft eher nicht zu. Aber gewiss ist, dass die Wartung und Pflege von Straßen völlig planlos verläuft, und dass dem Straßenbau jeglicher Pfusch duldend nachgesehen wird. Beispiele liegen auf dem Weg. Man schaue sich nur Straßenbahn-gleise und Fahrbahn in der nördlichen Straße der Jugend an. Eben gebaut. Es klafft Loch an Loch! J.H.





