Na dann: Machen wir uns einen schönen Samstag und schauen mal, was die Geschäfte so für den Urlaubskoffer bieten. Schuhe sind mal wieder fällig, eine leichte Jacke vielleicht und auf jeden Fall ein Picknickkoffer für die Pausen auf der langen Fahrt nach Süden.
Mitternachts-Shopping – das lässt sich in weniger fetzigem Deutsch auch als nächtliches Einkaufen umschreiben – macht richtig Sinn. Früher war das große Neueinkleiden um Pfingsten üblich. Da sind heutzutage die aktuellen Modelle der Saison längst im Schlussverkauf – also auf Ramsch reduziert. Und statt grad noch so samstags um die Mittagszeit im Herrenausstatter von Hose zu Hose zu springen, lässt sich der Einkauf zur Nacht hin durchaus gemütlich gestalten. Daheim fällt zunächst einmal das Abendbrot aus. Da findet sich in der Innenstadt ganz gewiss etwas Geeignetes. Vom Grill oder aus der Salatschüssel. Es kann, aber muss nicht der Altmarkt sein – die Stadt ist voller schöner Lokale mit lauschigen Plätzchen.
Ach ja: Es wird auch Kultur geboten. Und Geselligkeit nach geglückter persönlicher Neuausstattung sowieso. Was manchen wirklich stört, sind am Ende des Einkaufs die prallen Plastiktüten. Wer im Auto gekommen ist, bringt das Zeugs schnell zum Parkhaus. Und wer klug genug war, mit Cottbusverkehr anzureisen und sich auf zwei Viertelchen guten Chardonnay gefreut hat?
Ja, was tun Cottbuser Mitternachts-Shopper (heißt das Wort so?) eigentlich mit ihrem Gepäck, wo die Bahnhofsschließfächer doch so weit sind? Ich würde einfach die Verkäuferin im letzten Laden fragen: Kann ich das mal bis Montag unterstellen? Schönen Samstag also. Jürgen Heinrich