Respekt vor dem Wasser

Respekt den tausenden Einsatzkräften, die Tage und Nächte hindurch die Wassermassen in Dämme verwiesen. Doch Respekt bleibt auch dem Wasser zu gebieten. Die Lausitz hat sich trotz des Aufatmens nasse Füße geholt: in Grießen und auch in Gubener Straßen. Einmal mehr hat sich die Naturgewalt zu Wort gemeldet und menschliche Bauwerke auf die Probe gestellt. Gut haben sie gehalten, die bis zu 200 Jahre alten Dämme an Neiße und Spree. Besonders die Deichbauwerke haben sich bewährt, die mit viel Geld seit dem Hochwasser 1981 gebaut wurden. Und weiteres Geld wird fließen, denn die Schwachstellen, zum Beispiel bei Klein Bademeusel und nördlich von Guben, sind mit Deich-Rückverlegungen im Plan. Richtig so! Die Flüsse brauchen Platz! Polderflächen, wie es sie vor hundert Jahren noch reichlich gab, brauchen unsere Flüsse. Damit stellt sich jedoch die Frage, ob Kleingartenanlagen, Wohngebiete und Industriehallen in tief liegenden Senken direkt neben dem Deich noch zeitgemäß sind. Waren sie je zeitgemäß?
Die Spree wurde so stark eingezwängt, dass sie sich selbst ein tiefes Bett fräste – eine „Autobahn“ für die feuchten Massen aus der Talsperre. Doch damit ist das Wasser schneller weg, als der Landschaft lieb sein kann – wegen dieser Autobahn. Aber wir brauchen das Wasser in der Natur. Sollen doch die Rieselfelder vor Cottbus wieder überflutet werden, danach wächst das Getreide doppelt so hoch! Ein Anfang ist gemacht. Nabu, Ämter der Stadt und des Landes sitzen an einem Tisch, entscheiden nun gemeinsam, das knappe Geld mit Augenmaß für Generationen sinnvoll auszugeben. Und mit Respekt vor dem Wasser. ha