Es steht nicht gut um den sozialen Frieden in der Stadt Cottbus. In dieser Woche hat sich der Autohausbetreiber Thomas Knott mehrfach zu Wort gemeldet. Er kommt zu dem Schluss: „Ich habe nicht den Eindruck, dass die Leute hier im Cottbuser Rathaus das Beste für ihre Bürger wollen und tun.“
Der basisdemokratische Zornesausbruch hat mit Geld zu tun, viel Geld. Für Kanalanschlüsse muss die Stadt infolge eines Landesgesetzes nachträgliche Gebühren eintreiben. Das betrifft 12 000 Grundstücks-Fälle und zusammen 50 Millionen Euro!
Ausgerechnet Dezernat II, bekannt für Tag-und-Nacht-Autofahrer-Abzocke, wurde die Aufgabe zuteil, diesen Batzen heim zu wälzen. Es ist damit fachlich offenbar hoffnungslos überfordert, zumal sich das Belegwesen im Rathaus in krassem Chaos befindet. Während die Bescheide in der schon zu DDR-Zeit pedantisch vermessenen Stadt eine Kleinigkeit waren, fehlt für neue Gewerbegebiete und erst recht für zugemeindete Ortsteile jegliches Maß. So ist vor Weihnachten zusammengerafft worden, was sich an Zahlungsforderungen packen ließ. Teils gar mit Kurieren wurden bis kurz vorm Silvesterknall die Betroffenen geschockt. Ein unsensibler, skandalöser Vorgang! Der 31.12. war letzte Frist für städtische Forderungen. Wer jetzt keinen Bescheid hat, und das sollen durchaus auch unmittelbare Nachbarn der jetzt Zahlungspflichtigen sein, der hat mal „Glück“ gehabt. Glück, das sich aus rathäuslicher Schlamperei speist.
Der Zustand schreit nach tiefer Prüfung. Wird hier nur geschludert oder gar auch betrogen und geschachert? Den Vornamen „Ordnung“ hat das Amt jedenfalls verspielt.







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