Weiße Zunft ohne Wettbewerb

kommentar_j_heinrich_thumb_thumbIn der Gesundheit können Gebete manchmal helfen; nach Menschenermessen erreicht wird sie aber nur mit Geld. Viel Geld, weil sich in der Wissenschaft die Erkenntnisse jagen. Die medizinischen Wunder werden Alltag. Glück spendender teurer Alltag. Kleine Krankenhäuser ohne spektakuläre Technik und hoch spezialisierte Fachärzte bleiben auf der Strecke. Erwischt es jetzt in dieser Kausalität Forst?
Nein, nicht zwingend. Wenn es zu einem – wie auch immer gestalteten – Anschluss des Forster Krankenhauses an das CTK kommen sollte, liegt das allein an Entscheidungen des Landes. Dort wird im Krankenhausplan festgelegt, wer welche Leistungen bringen darf, wer nicht. Die peinliche Gängelei des Krankenhauses Spremberg, die korrigiert werden musste, hat der Öffentlichkeit den Mechanismus vorgeführt.
Klar ist, dass wegen der hohen Kosten der Ausstattungen die Häuser möglichst eng zusammenarbeiten müssen. Darüber hinaus ist intelligente Disposition gefragt. Forst wie Spremberg können als Grundversorger nur funktionieren, wenn sie auch lukrative Fachgebiete besetzen dürfen. Hier eine präzise Spezialisierung voranzutreiben und eben Patienten in bestimmten Disziplinen auch nach Forst oder Spremberg zu verlegen, dürfte möglich sein. Ebenso, wie es für einen mittvierziger Cottbuser Oberarzt interessant sein könnte, bei passenden Rahmenbedingungen als Chefarzt nach Forst zu gehen, statt ein Leben lang hier Zweiter zu bleiben.
Was den Patienten bei Fortbestand dreier selbständiger Häuser zugute käme, wäre ein Rest von Wettbewerb. Wer mal drin lag, weiß: Der schadet der Weißen Zunft gewiss nicht. Jürgen Heinrich