Wer glaubt an eine Statistik?

K_kommentar_wpBereits der britische Politiker Winston Churchill traute keiner Statistik, die er nicht selbst gefälscht hat. Wenig verwundern darf deshalb, dass ein Bonner Professor nun erforscht haben will, dass in Brandenburg die Kriminalitätsstatistik nicht mit der Realität zu vergleichen ist. Brandenburgs Innenminister Ralf Holzschuher jedenfalls stellt das berühmte Churchill-Zitat auf den Kopf. Für die Fälschung selbst sei nicht er verantwortlich, sondern, wie der Brandenburger CDU-Chef Prof. Michael Schierack erklärt, der Polizeipräsident Arne Feuring. Glauben schenken möchte der Minister der Statistik trotzdem. „Ich nehme die Zahlen so wie sie sind“, sagt er. Was soll er auch anderes sagen? Das ist glaubwürdig. Dass es keinen politischen Druck auf die Polizei bei der Erstellung dieser Statistik gibt, ist hingegen nur schwer vorstellbar. Ähnlich wie die permanent verwässerte Arbeitslosenstatistik muss die Politik doch auch bei der Bekämpfung der Kriminalität Fortschritte aufweisen. Dabei kommt dieser Druck von den Menschen, die in der Region leben. Allerdings wird dieser Druck auch durch keine geschönte Statistik gemindert, da die von den Menschen der Region  gefühlte Kriminalität in keinen Zahlenkolonnen darstellbar ist. Deshalb einfach ehrlich sein. Dass die Polizei nicht Däumchen dreht, ist bekannt und dass die Hintermänner der organisierten Kriminalität nur mit Geduld zu fassen sind, auch. Zur Ehrlichkeit gehört aber, dass das Grenzgebiet groß und die Anzahl der Polizisten klein ist. Wer glaubt, dass die drei in der Grenzregion stationierten Hundertschaften permanent Streife an Oder und Neiße fahren, der glaubt auch an die Kriminalitätsstatistik.