Erfinder ist kein Lehrberuf. Erfindungen lassen sich auch nicht strebsam erarbeiten. Sie kommen dem begabten Kopf als Einfälle aus heiterem Himmel.
Jedenfalls schildert das der Cottbuser Dr. Friedrich Bude so, der in DDR-Journalen nach Manfred von Ardenne als einer der produktivsten Erfinder geführt wurde. Man mag es für spießig halten, aber das wahre Leben schreibt es nun mal so: „Als ich 1972 mal 20000 Mark auf die Hand bekam, was zwei Jahresgehältern entsprach, wurde mir klar, wie aus dem Sozialismus was rauszuholen ist. Mein Ehrgeiz und meine Geldgier waren entfacht.“ Bude erfindet bis heute. Kommt ein „Blitz“, fängt er ihn formal ein. Und das ist der springende Punkt.
Gewiss, nicht täglich werden Sicherheitsnadeln, Streichhölzer, Büroklammern oder andere geniale Sachen erdacht. Aber Bude erzählt auch, dass sein Kraftwerkerteam innerhalb einer Energiesparkampagne einmal einen Leuchtstoffröhren-Zünder auf ein Glühlampengewinde montierte und darüber eine Leuchtröhre krümmte. „Wir haben das nicht weiter verfolgt. Später waren das unsere heutigen Sparlampen. Leider nicht von uns.“ Was sagt uns das? Gute Ideen müssen gesichert, verfolgt, in Produktform geführt werden. Der Erfinder ist dabei Auslöser und Nutznießer. Um das hinzubekommen, bedarf es dann doch einer gewissen Übung. Da sind Schwellen zu überwinden und Erfolgserlebnisse von Vorteil.
Die will Friedrich Bude jungen, visionären Leuten oder deren Vätern, Firmenchefs, Lehrstuhlleitern gern vermitteln. Mit 70 hat er noch Träume, der Unverbesserliche. Er will, dass Brandenburg nicht mehr Letzter oder Vorletzter bleibt im deutschen Erfinder-Rennen. Das wäre ein großer Erfolg für alle, für die ganze Lausitz-Region. J.H.