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Wanderung Radduschsee - Märkischer Bote
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Leserbrief: Sorbische Wanderung um den Raduschsee

Leserbrief: Sorbische Wanderung um den Raduschsee
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Leserbrief: Sorbische Wanderung um den Raduschsee

25. Juni 2021 | Von | Kategorie: Leserbriefe |

Da packt einen fast selbst die Wanderlust: Ute Henschel von der Sorbischen Sprachschule Cottbus berichtet uns von einer herrlichen sorbischen Wanderung um den Raduschsee bei Jamlitz:

„Nach langer Coronapause nahm auch die Schule für Niedersorbische Sprache und Kultur ihre Präsenztätigkeit für Veranstaltungen wieder auf. Zu einer der ersten Begegnungen zählte die sorbische/ wendische Wanderung um den Raduschsee bei Lieberose. So trafen sich am 12.6.21 die rund 20 Teilnehmer zu der Wanderung im Ortsteil Jamlitz. Dieser Rundweg wurde das erste Mal von den Teilnehmern beschritten und so war die Neugierde recht groß. Die Teilnehmer selbst kamen aus unterschiedlichsten Richtungen und Entfernungen, so u.a. aus Friedland, Cottbus, Lübbenau, Werben und Schleife, Senftenberg und Leipzig.
Zunächst wurde vom Mittelpunkt des Dorfes der Weg in Richtung alte Schneidemühle eingeschlagen. Dort erklärte uns Gregor Wiezcorek, wie es zur wendischen Namenserklärung des Ortes kam und verwies auf die vielen Teiche, Gräben und Kanäle. Ein Großteil davon ist heute in den höheren Region um den See verlandet oder eingetrocknet und nur noch als Erdsenken oder sumpfiges Gelände erkennbar.
So wurde vormals die Mühle am Kiefernwald mit Wasserkraft betrieben, der heutige Graben hingegen ist nur ein Rinnsal bzw. eine Bodensenke. Zurück auf dem Wanderpfad zum See wurde die Gegend grüner und feuchter, auch deshalb weil sie tiefer liegend ist. Teiche und noch wasserführende Gräben, sogar morastige Wiesen mit Sumpflachen mussten überquert werden. Die Veränderung der Landschaft wurde auch anhand der Bäume und unterschiedlichen Pflanzen erklärt. Der wendischsprachige Fachmann Jens Martin erklärte die wendischen Namen der Pflanzen, sowie die alten Arten der Nutzbarmachung und Anwendungen. Von den Anwesenden wurde auch eigenes Wissen zugesteuert, da einige Frauen am Kräutergarten der BTU aktiv sind.
Auch waren wir auf den Spuren der alten Spreewaldbahn unterwegs, deren alte Wegstrecken mitten durch den Wald verliefen und Lieberose und Jamlitz mit Spraupitz und Cottbus bzw. Lübben vormals verband. An einer Landzunge am Ufer des Sees wurde dann halt gemacht und ein kleines Picknick versüßte die Verschnaufpause. Jeder hatte eine Kleinigkeit eingepackt und neben Broten wurden gekochte Drehnower Eier, gebratenen Bouletten und sogar selbstgemachter Wein untereinander geteilt.
Nach der Stärkung setzte sich der Trupp weiter in Richtung Mochlitz in Bewegung und nun folgte der wohl schönste Teil der Wanderung, denn das Uferareal erschloss sich mit einigen Quellen als scheinbar undurchdringbares Dickicht ähnlich eines Dschungels. Auf der einen Seite hohe Kastanien, Kiefern mit riesigen Baumdurchmesser, sogar Walnussbäumen und auf der anderen Seite rieselndes Quellwasser mit Sumpfpflanzen, Fischschwärmen, Eidechsen und üppigen Unterholz. Angekommen in Mochlitz gab spontan ein Mitglied der Familie von Schulenburg einige Angaben zur Restaurierung der historischen Gebäude und Höfe zum Besten.
Obwohl das Ziel die Umrundung des Sees mit einer Strecke von etwa 6 km war, einigten sich alle auf den Rückweg auf der Ostseite des Sees. Gründe dafür wurden anhand des Kartenmaterials, welches Edelbert Jakubick mitgebracht hatte, erklärt. Demnach hatten wir bis dahin schon fast drei Stunden Wanderung hinter uns gebracht und wählten nun die kürzere Strecke zurück nach Jamlitz.
Angekommen am Parkplatz waren doch alle froh, sich getroffen zu haben und verabredeten sich für den Herbst zu einer erneuten Wanderung, um auch die andere Seite des Sees zu einer anderen Jahreszeit zu erwandern. Voraussichtlich wird dieser Termin am 2.10.21 sein. Anmelden kann man sich gern in der Sorbischen Sprachschule Cottbus.“




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