Bitte aktiviere / Please enable JavaScript![ ? ]
Windpark - Märkischer Bote Windpark WindparkMärkischer Bote
Donnerstag, 30. Juni 2022 - 06:20 Uhr | Anmelden
  • Facebook

header-logo

Regenschauer
18°C
 
epaper
Anzeigen

Politik hat die Weichen falsch gestellt und manipuliert auch die Windbilanz

Leserbriefe | Von | 25. Februar 2022

Zu den Beiträgen „Die Lausitzbahn“ sowie „Windpark bei Auras in Betrieb“ vom 19. Februar äußert sich Dr.- Ing. Wolfgang Rasim aus Forst, Klein Bademeuseler Straße:

Bahngleis Cottbus

Die Autobahnen sind überlastet, die Bahngleise (hier Cottbus im Jahr 2009) kaum noch genutzt. Foto: CGA-Archiv/h.

Auf der Titelseite ist zu lesen: „Aber die Bahn, … steht nicht nur still, sondern zunehmend im Interesse der mitdenkenden Basis.“
Dieser Niedergang der Bahn seit Jahrzehnten mit der Stilllegung von fast 2 500 Schienenkilometern allein in Ostdeutschland, der Liquidierung zahlreicher Güterbahnhöfe und der gigantische Anstieg des Fernverkehrs auf der Straße ist jedoch ausschließlich der Politik, auch in den 16 Jahren unter der Kanzlerin Merkel, zuzuschreiben.
Demnach müssen sich die Bahn und die Betreiber des Schienennetzes überwiegend selbst finanzieren, während der Bau und die Unterhaltung von Straßen, Autobahnen und Parkplätzen von unseren Steuern bezahlt werden. Der Beitrag der Maut daran ist unerheblich. Folglich müssen wir alle den Reifenabrieb und die Dieselabgase der Busse und LKWs im Feinstaub der Luft inhalieren und niemand beschwert sich über die damit verbundenen zusätzlichen Todesopfer.
Demgegenüber lernt man bereits in der Grundschule im Fach Physik, dass der Rollwiderstand des Autoreifens auf der Straße gegenüber dem des Eisenbahnrades auf der Schiene fünfmal (!) höher ist. Auch der Luftwiderstand eines Güterzuges oder ICE ist erheblich geringer als der von entsprechend vielen LKWs oder Omnibussen. Die teilweise elektrifizierte Bahn kann sogar mit „Grünstrom“ fahren und verbraucht weniger als ein Fünftel der Energie gegenüber der Straße. Sollte Frau Dr. Merkel den o.g. Faktor 5 aus dem Physikunterricht vergessen haben? Es ist nicht bekannt, dass sie mit ihrer Richtlinienkompetenz eine Initiative gegen dieses Missverhältnis Bahn gegenüber Straße ergriffen hätte. Wird bei uns nicht täglich über eine nötige Energieeinsparung auch im Transportwesen diskutiert?
Da im Beitrag auch von den Bahn- Verbindungen bis nach Prag berichtet wird, denke ich daran, wie ich vor 1990 abends in Dresden in den Schlafwagen stieg und morgens in Prag und auch nach Weiterfahrt in Brno (Brünn) und Bratislava die von uns entwickelten Klimaanlagen für Rechenzentren mit in Betrieb nahm. Später reiste ich mit Nachtzügen nach Köln und konnte dort in Jülich mit Erfolg die Drittmittelanträge zur „Sanierung der Fernwärmeversorgung“ in den neuen Bundesländern verteidigen. Das wäre verkehrstechnisch heute ganz sicher nicht mehr so bequem möglich.
Gegenüber dem völlig zutreffenden Artikel zur Lausitzbahn wird auf Seite 8 behauptet, dass der Windpark bei Auras 18 000 Haushalte mit Strom „versorgen“ könnte. Würden Mütter ihre Kinder so versorgen wie die Windräder die Haushalte, wären wir längst ausgestorben, da niemand eine zehntägige Unterbrechung der Nahrungsaufnahme überleben kann.
Zur Schönfärberei der wetterabhängigen Windstromerzeugung werden die jährlich erzeugten, jämmerlich geringen Erträge (ca. 20 % Auslastung) durch den Bedarf der Haushalte dividiert und dann ergeben sich die 18 000!
Darüber hinaus ist dieser Strom insgesamt sehr viel teurer als der aller konventionellen Kraftwerke, da zur Gewährleistung einer kontinuierlichen Versorgung bzw. zum Ausgleich der Flauten andere Stromlieferer, Speicher oder Kraftwerke mit geringer Auslastung und somit extrem teuer vorzuhalten sind.
Armes Deutschland, über das sich der Rest der Welt kaputtlacht, z. B. titelte das „Wall Street Journal“ am 29. 1. 2019, dass Deutschland die „weltweit dümmste Energiepolitik“ betreibt.

Weitere Beiträge aus unserer Region finden Sie hier!



Anzeige

Kommentar schreiben

Kommentar


Das könnte Sie auch interessieren: