Kriminalität an der Grenze ist leicht rückläufig

Das Einrichten einer Doppelstreife war ein erfolgreiches Mittel gegen Kriminalität in Forst. Die Polizeipräsenz kam bei der Bürgern gut an. Das Festhalten an dieser Streife war ein Wunsch, der nicht erfüllt werden konnte Foto: Mathias Klinkmüller

Brandenburgs Innenminister präsentiert Statistik aus dem Jahr 2016

Region (MB). Kann ich mein Fahrrad hier abstellen? Brauche ich eine Lenkradkralle für mein Auto? Wie sicher ist mein Kleingarten? Kriminalität ist ein großes Thema in der Lausitz. Vielerorts versuchen die Städte mit einem Präventionsrat selbst aktiv zu werden, um das Sicherheitsgefühl der Menschen zu erhöhen. Am Mittwoch präsentierte Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz- Schröter die Kriminalitätsstatistik aus dem Jahr 2016.  Die registrierte Kriminalität in Brandenburg ist weiter rückläufig. Die Zahl der angezeigten Straftaten sank im vergangenen Jahr auf 185.831 Fälle. Davon konnten 98.457 Fälle aufgeklärt werden. Das bedeutet einen Rückgang der Straftaten um 2.433 Fälle oder 1,3 Prozent verglichen mit dem Jahr 2015, während sich die Aufklärungsquote im gleichen Zeitraum von 52,5 auf 53 Prozent leicht erhöhte. Sowohl Kriminalitätsrate als auch Aufklärungsquote veränderten sich also nur geringfügig.
Weniger Diebstähle
Ausschlaggebend für den neuen Tiefstand an Straftaten im Land war die Entwicklung der Diebstahlskriminalität. Die Statistik weist 75.556 Diebstahlsdelikte aus – und damit 3.812 Fälle oder 4,8 Prozent weniger als 2015. Der Anteil der Diebstahlskriminalität an der Gesamtkriminalität sank auf 40,7 Prozent (2015: 42,2 Prozent). Rückgänge gab es vor allem beim Diebstahl von Fahrrädern um 5,2 Prozent auf 14.172 (14.950) Fälle, beim Diebstahl an und aus Kraftfahrzeugen um 8,6 Prozent auf 9.109 Fälle (9.964) sowie beim Wohnungseinbruch auf 4.180 (4.436) Fälle. Dagegen stieg die Zahl der Diebstähle von Kraftfahrzeugen nach zwei Jahren mit sinkenden Zahlen wieder an. Die Polizei registrierte 2.861 (2.573) Fälle, was einen Anstieg um 11,2 Prozent bedeutete.
Mehr Gewalt
Bei der Gewaltkriminalität zeigte sich nach Jahren des Rückgangs im vergangenen Jahr erstmals wieder eine Zunahme der Fälle – und zwar um 15,6 Prozent auf 4.767 Straftaten. Die Aufklärungsquote lag bei 79,5 Prozent.
An der Grenze
Die registrierte Gesamtkriminalität in den 24 brandenburgischen Gemeinden entlang der deutsch-polnischen Grenze ist im Jahr 2016 leicht gesunken. Insgesamt wurden 19.618 Straftaten registriert. Das entspricht einem Rückgang von 266 Straftaten bzw. 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Für die brandenburgischen Gemeinden entlang der deutsch-polnischen Grenze wurden 10,6 Prozent aller im Land Brandenburg für das Jahr 2015 in der PKS registrierten Fälle (2015: 10,6 Prozent) ausgewiesen. Die Kriminalitätshäufigkeit betrug für das Jahr 2016 9.287 (2015: 9.563). Damit lag diese auch weiterhin deutlich über dem Landesdurchschnitt von 7.479.