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Region: Individuelle Bestattungsformen

15. November 2019 | Von | Kategorie: Trauer |

Der Friedhof ist nicht die einzige Lösung: Auch See-, Ballon- oder Baum-Bestattungen sind gefragt / Bestatter beraten

Region (MB). In der christlichen Welt gibt es zwei wesentliche Bestattungsarten, die Erd-, sowie die Feuerbestattung, auch Kremation genannt.
Über lange Zeit war die Erdbestattung am weitesten verbreitet. Der Verstorbene wird in einem Sarg, auf einem Friedhof beigesetzt.
Die Feuerbestattung war verpönt oder gar verboten. In den letzten Jahrzehnten gewann sie zunehmend an Bedeutung und ist etwa seit dem Jahr 2010 häufigste Bestattungsart in Deutschland. Der Leichnam wird in einem Krematorium mitsamt einem Holzsarg verbrannt. Die Asche wird danach in eine Aschekapsel gegeben, die wiederum in eine Bestattungsurne eingesetzt wird.
Aus der Feuerbestattung heraus haben sich heute viele neue Bestattungsarten wie die See- oder Flussbestattung, Diamantenbestattung, Ballonbestattung und Luftbestattungen, Baumbestattung oder Waldbestattung entwickelt.
Sonderformen der Bestattung
Bei besonderen Wünschen, etwa der Verarbeitung der Asche eines Verstorbenen zu einem synthetischen Diamanten oder einer Luftbestattung (Verstreuen der Asche in der Luft von einem Heißluftballon oder anderem Luftfahrzeug aus) ist es wichtig, seinen Wunsch rechtzeitig zu Lebzeiten festzuhalten und diesen genau zu bedenken. Auch gesetzliche Bestimmungen in Deutschland sind hierbei zu beachten. Nicht alle angebotenen Formen sind letztendlich tragfähig und für einen guten Trauerprozess bei Angehörigen förderlich.
Die Feuerbestattung als Grundlage
Für eine Erdbestattung müssen grundsätzlich gesetzliche Fristen eingehalten werden. Dabei sind diese nicht bundesweit einheitlich geregelt, sondern nach den Vorgaben der einzelnen Länder festgesetzt. In Brandenburg gilt zum Beispiel die Vorgabe, dass Verstorbene innerhalb von 24 Stunden in eine Leichenhalle oder Kühlkammer überführt werden müssen. Viele andere Bundesländer sind da weniger restriktiv. Die Beisetzung selbst darf in einigen Bundesländern erst frühestens 24 Stunden nach Eintritt des Todes stattfinden, muss jedoch in der Regel zwischen 4 und 10 Tagen nach Eintritt bzw. Feststellung des Todes durchgeführt werden. Der Bestatter des Vertrauens kennt die geltenden gesetzlichen Fristen und berät gerne.
Im Gegensatz zur klassischen Beerdigung im Sarg bietet
die Feuerbestattung vielfältige Beisetzungsmöglichkeiten.
Anonyme Bestattung
Die anonyme Bestattung wird für viele Menschen immer beliebter, mit der Begründung „Der Tod ist meine Privatsache”. Die Bestattungsvariante nimmt Hinterbliebenen jedoch die Möglichkeit zu trauern.
Wenn ein Verstorbener zu einem nicht bekannten Zeitpunkt und ohne namentliche Kennzeichnung auf einem Gemeinschaftsgrabfeld beigesetzt wird, handelt es sich um eine anonyme Bestattung. Traueranzeigen mit Angaben zur Beisetzung werden im Rahmen dieser Bestattungsart nicht aufgegeben, weil Trauergäste in der Regel nicht zugelassen sind. So gestalten sich anonyme Bestattungen, von denen es jedes Jahr in Deutschland immer mehr gibt. Im Osten der Republik und in manchen Großstädten machen diese anonymen Bestattungen mittlerweile rund ein Drittel aller Bestattungen aus.
Bei der anonymen Bestattung entfällt die Grabpflege für Angehörige. Allerdings ist für viele Menschen der Friedhof ein Ort, an dem die Trauer über den Verlust eines geliebten Menschen verarbeitet werden kann.
Baumbestattung
Mit dieser Art der Natur-Bestattung – dem Baum des Lebens – wurde eine Bestattungsart geschaffen, welche es möglich macht, direkt in den ewigen Kreislauf des Lebens zurückzukehren.
Die Einäscherung und die Trauerfeier erfolgen auf dem Friedhof. Anschließend wird die Urne in Länder in denen es keine Beisetzungspflicht für Urnen gibt – wie beispielsweise die Schweiz, die Tschechischen Republik oder die Niederlande – überführt.Erst dort findet die Baumbestattung mit der vorher ausgewählten Baumart statt. Nach der Pflanzung des gewählten Setzlings wie beispielsweise Magnolie, Birke, Eiche, Rotbuche, Goldulme, Ginko, Ahorn (und viele mehr), benötigt der Baum zur Durchwurzelung und Nährstoffaufnahme aus der Asche mindestens ein halbes Jahr. Ist der Baum groß genug, kommt er zurück und wird am Wunschort der Angehörigen gepflanzt. Dies kann auch der heimische Garten sein. Für viele ist der Baum das Sinnbild des Lebens. Der Gedanke, dass die Asche an den Wurzeln für neues Leben und Wachsen sorgt, kann für Trauernde ein tröstender Gedanke sein. Es ist schön, sich das Fortleben in einem großen Baum vorzustellen, der allein durch seine Anwesenheit Gutes für die Lebenden tut.
Seebestattung
Auch Seebestattungen werden von vielen Bestattungsinstituten angeboten. Voraussetzung für die Seebestattung ist eine Seebestattungsverfügung, in der nachgewiesen wird, dass der Verstorbene eine besondere Verbindung zum Meer hatte. Die Begründung kann der Verstorbene zu Lebzeiten verfasst haben, aber auch Angehörige können im Nachhinein den Wunsch begründen. Sowohl der Beruf als auch Urlaube und der Geburtsort eigenen sich als Begründung. Bei der begleiteten Seebestattung ist der Ablauf festgelegt. An der Beisetzungsstelle wird eine Trauerzeremonie durchgeführt, bei der der Kapitän einige Worte spricht.
Im Anschluss wird die Urne dem Meer übergeben und das Schiff dreht eine Runde um die Beisetzungsstelle. Die Schiffsglocke wird geläutet.
Diamantenbestattung
Bei der Diamantenbestattung werden Elemente aus der Asche des Verstorbenen zu einem Edelstein gepresst. Dieser dient den Angehörigen als Erinnerung an den Verstorbenen.
Wie einige der außergewöhnlichen Bestattungsformen ist auch diese in Brandenburg nicht ohne weiteres möglich. Der Bestatter ihrer Wahl berät sie dazu gern.




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