
Betriebsrat fordert: Schluss mit „Überbietungsprogrammen“ / Regierungen in Sachsen und Brandenburg stehen zur Braunkohle / OB mit BuGa-Vision:
Cottbus (hnr.) Die Wortbeiträge waren exzellent, die Musik mit Bergarbeiterchor Brieske, Orchester Lausitzer Braunkohle, Philharmonischem Orchester Cottbus und den Ausnahmetalenten Marie Jäschke (Klavier) und Antonia Fischer (Violine) vom Cottbuser Konservatorium berauschend, das Essen gut und reichlich, und es wurde auch, wie’s das Steigerlied fordert, kreuzbrav Schnaps gesoffen – die Stimmung blieb dennoch gedrückt bei dieser 25. Barbarafeier der Neuzeit Anfang dieser Woche.
Zwei Aspekte lassen St. Barbaras Auge tränen, bedauerte Hubertus Altmann, Vorstand bei Vattenfall Europe Mining & Generation: der stockende Verkaufsprozess und die Weichenstellungen deutscher Politik. Die nannte Vorstandsvorsitzender Dr. Hartmuth Zeiß ein „Theaterstück mit ständig wechselnden Regisseuren“. Mit drei ehemaligen Umweltministern in der Spitze der Regierung werde Erreichtes zerschlagen. „Wir haben hier Hochtechnologie geschaffen, die das Land mit bezahlbarem Strom versorgt“, sagte Zeiß, aber die gerate jetzt aus politischem Kalkül in den Warte- und bald Stillstand. Nachdem am 23. Dezember der letzte Kohlezug aus Cottbus Nord zum Kraftwerk Jänschwalde gerollt ist, werden schon bald zwei Blöcke der hochmodernen Anlage in „Leistungsreserve“ geschickt. Betriebsrat Rüdiger Siebers nannte die bundesdeutsche Politik schlicht „gefährlich“. Und er fragte polemisch: Wird sie nach dem Pariser Gipfel wieder ein Überbietungsprogramm erarbeiten?
Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) und Dr. Fritz Jaeckel (CDU), Staatsminister im Freistaat Sachsen, bekannten sich klar zum verlässlichen Beitrag der Braunkohle auf dem Wege zur Stärkung der erneuerbaren Energien. Beide erhielten starken Beifall; Gerber besonders für seinen Satz: „Zusammenhalt ist der Kraftstoff der Lausitz“.
Applaus bekam auch OB Holger Kelch, der ein kreisfreies Cottbus thematisierte, eine BuGa-Vision für das Jahr 2015 zur Ostseeentwicklung vortrug und formulierte: „Eine Fortführung der Energiewende kann nur unter Mitnahme der Lausitz geschehen.
Einmütig ist die Hoffnung und Erwartung an die bergmännische Barbara, dass der künftige Investor hier für Langfristigkeit und gute Arbeitsplätze steht. Wer das unter welchen Konditionen sei, so Hartmuth Zeiß, sei frühestens Mitte 2016 zu sagen.








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