
Ehemalige Enke-Fabrik mit neuen Plänen / Ostrower Angercharakter kommt mehr zum Vorschein:
Cottbus (bw). Es ist nicht zu übersehen, das große Banner „Ostrow – Hier schlägt mein Herz“ am Nordgiebel der ehemaligen „Enke-Fabrik“. Dieser Industriebau ist fest mit dem Namen „Enke“ verbunden, obwohl Otto Enke zwar als Begründer einer Geschäftsbücherfabrik mit Druckerei und Binderei gilt, dennoch nicht der Erbauer des seit 1990 dem Verfall preisgegebenen Gebäudes war. Bereits 1891 ließ der Maschinenfabrikant Viktor Sterz den Hauptteil der Anlage als Fabrik- und Verwaltungsgebäude erbauen. Erst im Jahr 1900 erwarb Otto Enke den Bau, erweiterte die Anlage 1908 auf der Südseite durch ein markantes Eckgebäude und kaufte 1919 das im Norden angrenzende Baugelände, um 1922 das gesamte Areal zu erweitern. Notwendig wurden die Erweiterungsbauten auch, weil sowohl seine eigenen Produktionsanlagen mehr Platz brauchten, als sich auch die seit 1920 dort ansässige Druckerei der Lausitzer Landeszeitung ein Verlagshaus einrichtete. Der Brunnen „Schwebende“, heute unter der Bezeichnung „Enke-Brunnen“ auf dem Rudolf-Breitscheid-Platz bekannt, erinnert an den honorieren Unternehmer. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die Gebäude unterschiedlich genutzt oder standen leer. Im Jahr 2010 hatte sich eine Eigentümerstandortgemeinschaft gebildet, die sich mit dem Quartier „Stadtteil Ostrow“ und seiner planerischen Entwicklung befasste. Derzeit liegt im Cottbuser Rathaus ein Bauantrag für eine denkmalgerechte Sanierung vor. Wer sich heute dem historischen Fabrikbau nähert, wird das Presslufthämmern der Bauarbeiter wahrnehmen, die dem Gebäude wieder neues Leben einflößen. Eigentümer der Freifläche auf der Westseite der Briesmannstraße ist die Sparkasse Spree-Neiße, die einen Investor mit einem in das Areal passenden Nutzungskonzept sucht. Kern des „alten“ Dorfes ist der Anger, heute Ostrower Platz, Parkplatz und eine ungenutzte Freifläche. „Hier werden schon in den kommenden Monaten Veränderungen zu sehen sein“, so Mike Lux, Projektleiter im Regionalbüro Cottbus der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG (DSK). Bis zum kommenden Jahr werden die Parkplätze neu sortiert, der Angercharakter durch Grünflächen hervorgehoben und der Anteil der versiegelten Fläche geringer. Damit wird dem Stadtteil Ostrow wieder ein Stück seiner Geschichte zurückgegeben.











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