Großkoschener Dorfmuseum wird Urlauber-Herberge

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Der Großkoschener Museums- hof aus der Mitte des 19. Jahr- hunderts ist seit 2014 geschlossen Foto: T. Ri-Zippack

Großkoschener Ensemble bald in neuer Nutzung:
Senftenberg (trz). Der Großkoschener Museumshof soll aus seinem Dornröschenschlaf erwachen. Allerdings nicht mehr als Ausstellungsensemble, sondern als neue Herberge für Seenland-Urlauber. Die neue Eigentümerin, die M.C.L. Touristik GmbH  Co. KG mit Sitz in Großkoschen, plant vier Ferienwohnungen mit insgesamt 16 Betten. Ein kleiner Hofladen sowie ein Café sollen das neue touristische Angebot abrunden, kündigt Inhaber Dr. Matthias Leiker an. Nicht zuletzt könne sich der 42-Jährige das Ensemble als Stätte für Veranstaltungen vorstellen. Zielgruppe für die Herberge seien in erster Linie Familien oder auch kleinere Reisegruppen.
Musealer Charakter
Von außen werde sich am denkmalgeschützten Ensemble, das bis Ende 2014 als Freilichtmuseum diente, nur wenig ändern. Sämtliche Arbeiten erfolgten in enger Abstimmung mit der Denkmalsbehörde. Auf einen gewissen musealen Charakter brauchen die Gäste in Zukunft also nicht zu verzichten. Leiker plant nicht nur die Wiederansiedlung von diversen Haustieren, sondern ebenso eine kleine, öffentlich zugängliche Landwirtschaftsausstellung in der altehrwürdigen Scheune.
Derzeit beraten die Senftenberger Stadtverordneten über die neue Nutzung des insgesamt rund 5000 Quadratmeter großen Areals am Großkoschener Dorfanger. Während der Stadtverordnetenversammlung kommenden Mittwoch könnte es eine entsprechende Entscheidung geben. Bislang habe der Investor aus den Fraktionen durchweg positive Rückmeldungen erhalten. Geben die Parlamentarier demnächst grünes Licht, müsse der entsprechende Bebauungsplan geändert werden. Leiker rechnet erst im Frühjahr 2017 mit dem Baustart, mit Feriengästen ab 2018.
Der Betrieb als Museums hätte sich für den Unternehmer nicht gelohnt. 2014 musste der vorherige Nutzer, der örtliche Selbsthilfeverein, Insolvenz anmelden.
Anbau folgt
Bereits im Sommer 2013 eröffnete Matthias Leiker den Ferienhof „Radlerslust“, nur wenige hundert Meter vom Museumshof entfernt. Diese Einrichtung ist inzwischen schon zu klein. Daher solle bereits im kommenden Jahr ein Anbau folgen.
Darüber hinaus errichtet Leikers Tourismusfirma, die er mit seiner Frau und seinem Vater Christoph Leiker betreibt, derzeit zwei kleinere Ferienhäuser ganz in der Nähe. Diese sollen diesen Sommer in Betrieb gehen.