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Anstand kommt bei Arbeitgebern gut an

Region | Von | 11. März 2016

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Ulrich Vater (r.) hat nicht im stillen Kämmerlein entschieden, wer der neue Lehrling in seiner Tischlerei sein wird. Die Meinung seiner Gesellen ist ihm bei der Auswahl wichtig Foto: Mathias Klinkmüller

Handwerkskammer hilft bei Lehrstellensuche / Tischler erklärt, worauf er Wert beim Bewerber legt:
Region (mk). Eigentlich könnte Dennis Schieke aus Cottbus seine letzten Schultage ganz entspannt angehen. Seinen Lehrvertrag bei der Tischlerei Vater in Groß Oßnig hat er bereits in der Tasche. Im September geht es los.  Seinem neuen Arbeitgeber würde dieses Ruhen in der Schule aber gar nicht gefallen. Kerstin Vater möchte, dass sich ihr neuer Lehrling weiterentwickelt, statt sich auf dem Erreichten auszuruhen. Erreicht hat der Ströbitzer Schüler bereits viel. In seinem Schülerpraktikum in der Möbeltischlerei konnte er punkten. Eine ordentliche Bewerbung und gute Schulnoten waren hier der Türöffner.
Im Praktikum merkten die Mitarbeiter der Tischlerei schnell, dass der 15-Jährige auch großen  Willen mitbringt. Abgesehen davon, dass er von Ströbitz mit dem Fahrrad nach Groß Oßnig fuhr, stellte er viele Fragen: Etwa wie es nach der Lehre weitergehen könnte, mit Meisterausbildung oder  Studium. Zudem bewies er sich als guter Zuhörer. In bester Erinnerung ist Kerstin Vater der Umgang mit den Gesellen geblieben. „Guten Tag! Danke! Bitte! Diese Umgangsformen sind heute leider nicht mehr selbstverständlich“, sagt sie. Auf das erste Praktikum folgte ein Zweites. Das Unternehmen setzt auf Qualitätsmöbel. „Wählerisch sind wir deshalb auch bei unseren Mitarbeitern“, erklärt der Unternehmenschef Ulrich Vater. So ist der Tischlerberuf immer anspruchsvoller geworden. Den Hobel gibt es zwar immer noch, hinzugekommen sind jedoch viele Maschinen. Selbst die Kreissäge ­funktioniert hier mit Computertechnik. Mit der zunehmenden Technik steigen auch die Anforderungen an die Lehrlinge. Ausgelernt im Sinne des Wortes haben diese auch nach drei Jahren nicht, weiß Ulrich Vater. Wichtig ist es deshalb, die Augen und Ohren offen zu halten.  „Der Auszubildende kann unwahrscheinlich viel von den Altgesellen lernen“, sagt Kerstin Vater. Sie erklärt, dass es  schwierig ist, gute Lehrlinge zu finden.  Zwar ist ein Praktikum wertvoll, mitentscheidend sind aber die Schulnoten. „An einer Sache muss ich mich ja orientieren“, sagt Ulrich Vater. Schließlich kommen mittlerweile auch ingenieurtechnische Aufgaben auf die Tischler zu. Nicht selten ist, dass ein Auftraggeber lediglich eine Skizze mitbringt und die Worte folgen: „Machen Sie bitte was draus“. Was aus seiner Lehre  machen, möchte Dennis Schieke. „Er freut sich drauf“, sagt Kerstin Vater.

All jenen, die sich noch unsicher sind, wie es nach der Schule weitergeht, hilft die Handwerkskammer Cottbus bei der Suche. 263 Lehrstellen und 107 Praktikumsplätze sind unter www.hwk-cottbus.de/lehrstellen zu finden. Ansprechpartner ist Stefan Zupp unter Telefon: 0355 7835 171.



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