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Auf dem Neißedamm in den Frühling - Märkischer Bote - Märkischer Bote
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Auf dem Neißedamm in den Frühling

13. April 2018 | Von | Kategorie: Cottbus, Forst & Döbern, Guben, Region, Senftenberg & Seenland, Spree-Neiße, Spreewald, Spremberg, Top-Themen |

Erst lesen dann radeln – oder auch umgekehrt / „NIEDERLAUSITZ 20-18“ verspricht traumhafte Landschaften beiderseits der Neiße

 

Auf dem Neißedamm in den Frühling

Vom Gubener Bahnhof führt der Weg gut gekennzeichnet direkt zum berühmten Plastinarium und gleich daneben zur Kugelbrücke. Hier beginnt der romantische Poetenweg, der in der Frankfurter Straße, Gubens Geschäftsstraße nach Gubin, auf die Kursächsische Postmeilensäule trifft. Viele Details dazu sind im Buch „NIEDERLAUSITZ zwanzig-achtzehn“ ab Seite 202 nachzulesen F.: CGA-Archiv

 

Region (hnr.) Die Zeit ist reif für den Start in die Radel-Saison. Wer sich stark genug fühlt, kann die Tour Guben-Forst oder umgekehrt in Angriff nehmen. Sie ist sehr ausführlich und mit viel Hintergrund in dem aktuellen Niederlausitz-Jahrbuch erzählt. Wir zitieren daraus; Teile der Strecke lassen sich auch für Wanderer oder auf kurzen Fahrradausflügen absolvieren.
Die ganze Strecke, von Bahnhof zu Bahnhof mit einigen Abstechern, ist 40 Kilometer lang. Aber was für Kilometer!Die Autoren übertreiben nicht, wenn sie schreiben: „Der Kirchturm (von Sacro) nahe bei Forst ist gar nicht zu übersehen. Die Orte auf der anderen (der polnischen) Seite verstecken sich schon eher hinter Buschwerk. Sie liegen aber in unglaublich schöner Landschaft. Mittelgebirge zum Teil… Die Neiße-Auen und ein wenig auch das Hinterland zu genießen, braucht Muße und Zeit.“ Wer sich die launige Schilderung vorher durchliest und vielleicht anhand einer Karte ein paar Notizen macht, wird reiche Anregungen empfangen. Aber auch einfach loszufahren und später etwas über die Gegend nachzulesen, kann spannend sein.
Die Autoren ermuntern: „Folgen Sie uns also auf einem Weg, auf dem junge wie alte Geschichte immer allgegenwärtig durchs Geäst schimmert. Folgen Sie unserer Brückentour links und rechts der Neiße, also ziemlich mitten durch die Niederlausitz, die jetzt hier nur noch durch Sprachen getrennt ist, nicht mehr durch Schranken und auch immer weniger durch Ressentiments. Da und dort scheint die Zeit einzuschlafen… Vielleicht ist es ein Trick, der Sucht nach Perfektion zu entfliehen.“
Die folgenden sechs Buchseiten sind voller Komplimente für Guben und Gubin. Manche kommen salopp daher, andere ganz klassisch. Drüben auf der Insel ist die Eingangssituation des einstigen Theaters wieder aufgebaut worden, und kein Geringerer als Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe schwärmt für die hier geborene Sängerin und Schauspielerin Corona Schröter: „Es gönnten ihr die Musen jede Gunst, / und die Natur erschuf in ihr die Kunst.“
Entlang der Neiße zu radeln, heißt Brücken zu bestaunen oder – noch besser – zu überqueren. Die abenteuerlichste „führt von Albertinen-aue, einem heute Groß Gastroser Vorwerk, nach Markersdorf, heute Markosice. Die Brücke, die den Sprengversuch der Russen zum größten Teil überstanden hat, war befestigt mit Stacheldraht… Nur einen Tag vor dem Schengenbeitritt Polens feierten die Flussnachbarn endlich miteinander. Anfang Juni 2008 bauten die Groß Gastroser eine stabile Eisenleiter an die …standfeste Brücke.“ Radler überqueren sie jetzt, zehn Jahre später, noch immer gelegentlich, und das Bauwerk hat so viel Symbolkraft, dass es unter Denkmalschutz gestellt werden sollte – auch wenn keine deutsche Bauaufsicht einen Stempel unter die Brückenfreigabe setzen würde.
Es geht nun auf polnischer Seite weiter: „Bei Jähnsdorf/Janiszowice berührt die Straße den Neißedamm. Von oben ist in Fahrtrichtung die Forster Kirche zu sehen, rechts drüben die von Mulknitz. Noch ein Stück nach rechts, gute zwei Kilometer entfernt, liegt das kleine Naundorf, längst zu Forst eingemeindet, 1961 ist hier Dietmar Woidke, der aktuelle Ministerpräsident des Landes Brandenburg, geboren. Aber nicht deshalb war der hübsche Ort vor fünf Jahren in allen Schlagzeilen, sondern weil es hier nach vielen, vielen Jahren wieder eine echte wendische Hochzeit gab.“ Im Buch wird ein Foto jener Hochzeitsgesellschaft gezeigt. Das ganze Dorf feierte damals mit.
Im Gebiet von Zasiki (polnische Seite von Forst, wo einst der Stadtteil Berge stand, nach 1945 nahezu restlos abgerissen) und Forst sind die neuen Straßen in weitem Schwung gebaut, und dem Radfahrer bläst in offener Landschaft der Wind um die Ohren. Je nachdem, welchem Wegweiser wir folgen möchten, erreichen wir schöne gastliche Stätten in Bohrau (Zum Blauen Dach) oder Neu Sacro mit dem Erlebnis-Gut.

 

Auf dem Neißedamm in den Frühling

Ländliche Romantik, passende Architektur, eine Ahnung von bäuerlicher Produktion und ganz erstaunliche Gastronomie treffen auf Gut Sacro zusammen. Für die Forster, aber auch für Besucher von weiter her ist die Hofanlage längst ein Beliebtes Ausflugsziel. Immer gibt es Überraschendes. Thema an diesem Sonnabend (14.4.) ist – passend zum Trödelmarkt ab 11 Uhr – die wendische Küche. Reinhard Natusch vom Heimatmuseum Sacro bereitet einen großen Topf „Hierschekleeßchen“ zu

Unser Buch empfiehlt uns Entdeckungen im geschäftigen Forst. Wir stoßen auf eine legendäre Textilschule und das sehenswerte Landratsamt, das aus einer Fabrik entstand und in diesem Jahr daran erinnert, dass der Spree-Neiße-Kreis, den wir ein gutes Stück beradelt haben, 25 Jahre alt wird.
In der Stadtmitte grüßt der schöne Barockturm der Kirche. Geschrieben steht: „In der Gruft unten links, von außen zugänglich, ruht noch immer Graf Heinrich von Brühl, der sächsische Premier und zugleich Standesherr auf Forst und Pförten.“ Vielleicht schauen wir da mal rein oder nehmen uns doch noch den Rosengarten vor…




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