Interessanter Tag der Industriekultur.

Foto: Patrick Neumayer
Forst (MB). Fabrikhallen, Unternehmerhäuser und alte Gleisreste erzählen bis heute davon, wie stark die Tuchindustrie einst das Stadtbild von Forst prägte. Beim Tag der Industriekultur am Samstag, 8. August, konnten Besucher einige dieser Spuren genauer erkunden. Das Forster Museum für Textil- und Industriegeschichte Lausitz hatte dazu eingeladen. Höhepunkt war ein geführter Spaziergang durch die Weststadt, der vom Museum über die Leipziger Straße in Richtung Bahnhof führte und an einigen Stationen auch Türen öffnete, die sonst verschlossen bleiben.
Dabei wurde deutlich, wie eng Stadt- und Industriegeschichte miteinander verwoben sind. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden zahlreiche Forster Textilbetriebe zusammengeführt und verstaatlicht. Zu ihnen gehörten die Vereinigten Feintuchwerke, die 1969 gemeinsam mit weiteren Betrieben im VEB Forster Tuchfabriken aufgingen.
Zur Geschichte der Industriestadt gehört auch die Forster Stadteisenbahn, im Volksmund „Schwarze Jule“ genannt. Das meterspurige Schienennetz verband zahlreiche Fabriken und diente vor allem dem Transport von Rohstoffen und Waren. Eine erhaltene Dampflokomotive ist heute im Forster Museum zu sehen.
Eine Station des Rundgangs führte zur Leipziger Straße 14/16. Dort befindet sich das denkmalgeschützte Ensemble der ehemaligen Tuchfabrik und Villa Adolf Hellwig. Erhalten sind ein viergeschossiger Ziegelbau sowie die benachbarte Direktorenvilla. Die Fabrikanlage entstand 1882/84, die Villa im Jahr 1896.

Foto: Patrick Neumayer
Heute ist an der Leipziger Straße 16 die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Forst zu Hause, die das Grundstück bereits 1931 erwarb. Die Teilnehmer konnten auch einen Blick ins Innere werfen. Dort prägen dunkle Holzvertäfelungen und eine aufwendig gestaltete Decke mit großem Oberlicht den Raum.
Der Rundgang zeigte, wie viele Spuren der einstigen Tuchmacherstadt bis heute erhalten geblieben sind.
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