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Branitzer Baumuniversität wird Modellprojekt für historische Gärten im Klimawandel

Cottbus | Von | 24. Oktober 2022

Alle blicken auf Tafel mit Entwicklungskonzept

Dr. Stefan Körner, Christoph Haase, Karola Weber, Klara Geywitz und Dr. Manja Schüle betrachten auf dem Gelände der Neuen Branitzer Baumuniversität das Entwicklungskonzept. Foto: SFPM/Catrin Winn

Cottbus (MB). Am Freitag hat Brandenburgs Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Dr. Manja Schüle, gemeinsam mit der Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, Klara Geywitz, den Start für das größte Modellprojekt der Bundesregierung für den Erhalt historischer Gärten im Klimawandel gesetzt. Bis 2024 wird mit der Förderung von fünf Millionen Euro die Neue Branitzer Baumuniversität entstehen, in der neue Methoden der Gehölzvermehrung und -verwendung angewendet und somit vorbildhaft neue Wege für Deutschlands Gärten im Klimawandel eröffnet werden.

Dr. Stefan Körner, Vorstand der Stiftung Fürst-Pückler-Museum (SFPM): „Bei den Folgen des Klimawandels in den historischen Gärten und Parks ist es fünf nach zwölf: in Schwetzingen und Potsdam, in Brühl und in Branitz – in ganz Deutschland! Seit 20 Jahren ist dieses gravierende Szenario bekannt. Die Folgen werden repariert, diskutiert, beforscht; jedoch wird oftmals zu wenig praktisch in die Zukunft gehandelt. Um den Bestand der Parkbäume in der Branitzer Parklandschaft in Zeiten von Dürre, Hitze, Schädlingsbefall und Starkregenereignissen nachhaltig gestärkt zu verjüngen, hat die Stiftung bereits 2011 wieder eine parkeigene Baumschule angelegt. Hier werden seitdem nicht nur historische Sorten gesichert, sondern auch zukunftsweisende Gehölze für den Branitzer Park herangezogen, sodass alle Nachpflanzungen in Branitz ausschließlich aus eigener Produktion erfolgen. Dies ist in Deutschlands Schlossgärten einzigartig und wegweisend. Wir müssen es endlich praktisch angehen, denn der Klimawandel wartet nicht. Branitz und seine Gärtner und Experten sind schon jetzt ein Kompetenzzentrum für die Praxis.“

Mit der Baumuniversität greift die Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz (SFPM) die Bezeichnung und Idee Fürst Hermann Pückler-Muskaus auf, der ab 1846 in Branitz eine Baumschule zur Aufzucht groß zu verpflanzender, charaktervoller Bäume anlegte. 2011 wurde auf dem Areal der Schlossgärtnerei nach den Ursprungsplänen von Pückler eine vollständig autark arbeitende Baumschule an originalem Standort wiederbelebt. Seither werden hier historische Gehölzsorten gesichert und bedarfsgerecht eigene Bäume für den Park mit seinen mehr als 25.000 Bäumen produziert. Das Thema Klimaanpassung gehört seit 2018 zu den Aufgabenfeldern der Baumuniversität und nimmt mittlerweile die größte Bedeutung ein.
Mit der 2020 durch den Deutschen Bundestag beschlossenen Förderung von fünf Millionen Euro und einem Eigenanteil der Stiftung von über einer halben Million Euro kann nun eine neue Ära der 176 Jahre alten Branitzer Baumuniversität beginnen. Neben zwei Projektplanern wurde ein weiterer Baumschulgärtner eingestellt und eine zwölf Hektar große Fläche im denkmalgeschützten Außenpark erworben.

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