Hochwassergefahr wird missachtet / Landesverantwortliche laden nicht zum Management-Treff
Spremberg (MB). Seit Juli 2013 versuchen die Einwohner des Spremberger Ortsteiles Cantdorf vergeblich, die Verantwortlichen der Landesregierung auf ihre großen Sorgen vor dem nächsten Spree-Hochwasser aufmerksam zu machen.
Immerhin gab es im März dieses Jahres doch noch ein konkreteres Angebot. Das Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz schrieb den Cantdorfern, dass im Frühjahr in Cottbus eine erste Informationsveranstaltung zur „Hochwasserrisikomanagementplanung“ in der Region stattfinden werde. Der unterzeichnende Abteilungsleiter des Ministeriums versprach, die Einwohner von Cantdorf nach der Terminabstimmung einzuladen und freute sich auf deren aktive Beteiligung. Die Cantdorfer freuten sich auch – und warten bis heute auf ihre Einladung. Telefonische Nachfragen brachten bislang keine Erklärung hierzu. „Aus meiner Sicht werden die berechtigten Sorgen der betroffenen Bürger ignoriert“, moniert Raik Nowka (CDU) den Zustand. „Die Landesregierung verspricht wenig und setzt die mageren Zugeständnisse nicht um. So wie die braune Spree erst an der Staumauer der Talsperre Spremberg zum Gegenstand politischen Handelns wird, scheint auch der Hochwasserschutz für die Landesregierung erst nördlich von Spremberg von Belang zu sein.“
Der Spremberger Ortsteil ist auf Grund seiner geografischen Lage im Tal der Spree von den Hochwassern der letzten Jahre immer stark betroffen gewesen. Einige Einwohner sendeten im Juli 2013 eine Petition an den damaligen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck und an das Landesamt, um ihrer Forderung für einen verbesserten Hochwasserschutz Nachdruck zu verleihen. Das Resultat waren einige Schreiben aus Potsdam: Man bedaure die betroffenen Anwohner, habe bislang beim Hochwassermanagement aber keine Fehler gemacht. Cantdorf liege nun mal in einem Niede-rungsbereich der Spree, welchen unsere Vorfahren nicht besiedelt hätten. „Für die Bewohner einer seit Jahrhunderten besiedelten Ortslage eine abenteuerliche Argumentation“, so Raik Nowka.
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