Erste 38 Medizinstudenten an der Medizinischen Universität Lausitz feierlich immatrikuliert.

Cottbus (MB). Ein historischer Tag für Cottbus und die Lausitz: Am vergangenen Sonntag, 11. Oktober, wurden im Staatstheater die ersten 38 Studenten der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL – CT) feierlich immatrikuliert. Nur gut zwei Jahre nach der Gründung beginnt damit der Modellstudiengang Humanmedizin. Erstmals wird an einer staatlichen Universität in Brandenburg ärztlicher Nachwuchs ausgebildet.
Ministerpräsident Dietmar Woidke begrüßte die Studenten persönlich: „Sie sind unser allererster Jahrgang von künftigen Medizinern ‚Made in Cottbus‘! Darauf dürfen Sie stolz sein, und darauf sind wir als Land stolz.“ Die Universität sei das größte Strukturwandelprojekt der Lausitz und stehe beispielhaft für den Wandel von der Kohleregion zu einem modernen Energie- und Innovationsstandort.
Wissenschaftsministerin Manja Schüle erinnerte an den Namensgeber der Universität, den Chirurgen Carl Thiem, der sich bereits vor rund 130 Jahren den medizinischen Herausforderungen der Industrieregion stellte. Heute brauche die Lausitz erneut neue Versorgungskonzepte, insbesondere für ältere Menschen und Bewohner ländlicher Regionen.
Studenten aus ganz Deutschland
Der erste Jahrgang besteht aus 26 Frauen und zwölf Männern. Elf Studenten kommen aus Brandenburg, jeweils sieben aus Berlin und Nordrhein-Westfalen. Weitere Studienanfänger stammen aus sechs anderen Bundesländern. Das Durchschnittsalter liegt bei 24,4 Jahren.
Mehr als 20 neu berufene Professoren haben ihre Arbeit an der Universität bereits aufgenommen. Die kleinen Studiengruppen ermöglichen eine intensive Betreuung. Eine Besonderheit ist das Mentoringprogramm: Jeder Student erhält von Beginn an einen erfahrenen Arzt als persönlichen Ansprechpartner.
Der Modellstudiengang verbindet medizinische Ausbildung, Forschung und Patientenversorgung. Schwerpunkte sind die Digitalisierung des Gesundheitswesens und die Entwicklung neuer Versorgungsmodelle. „Mit dem Modellstudiengang Humanmedizin beschreitet die MUL – CT neue Wege in der medizinischen Ausbildung“, betonte Gründungsvorständin Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey.
Auch Universitätsvorstand Prof. Dr. Eckhard Nagel würdigte den Studienbeginn als bedeutenden Erfolg für die Region. Brandenburgs Gesundheitsminister René Wilke verwies auf den hohen Bedarf an Ärzten, insbesondere im ländlichen Raum. Die neue Universität könne langfristig zur Sicherung der medizinischen Versorgung beitragen.
Milliardenprojekt für die Lausitz
Die Medizinische Universität wurde am 1. Juli 2024 als erste staatliche Universitätsmedizin Brandenburgs gegründet. Bund und Land wollen bis 2038 rund 3,7 Milliarden Euro investieren. Bereits heute beschäftigt die MUL – CT etwa 4.300 Mitarbeiter aus mehr als 60 Nationen. Ab 2028 sind drei weitere Masterstudiengänge geplant.
Die Immatrikulationsfeier wurde von einer Schlagzeuggruppe des Staatsorchesters Cottbus musikalisch begleitet. Bei einem medizinischen Mitmach-Parcours konnten die Studenten und ihre Angehörigen erste Einblicke in die praktische Ausbildung gewinnen.
Am Montag, 12. Oktober, begann für die 38 Studienanfänger der Universitätsalltag mit einem zweiwöchigen Einführungsmodul. Neben fachlichen und organisatorischen Themen stehen auch gemeinsame Aktivitäten auf dem Programm, darunter eine Fahrt mit der historischen Straßenbahn durch Cottbus.
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