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Cottbus: Tag des Zornes, Tag der Sünden - Märkischer Bote - Märkischer Bote
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Cottbus: Tag des Zornes, Tag der Sünden

29. November 2019 | Von | Kategorie: Cottbus |

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Gewaltig schmettern Chöre und philharmonisches Orchester hin zum Throne

Cottbus: Tag des Zornes, Tag der Sünden

Ende des Kirchenjahres in Cottbus: Am Tage stilles Gedenken und Posaunenchöre auf den Friedhöfen, wie hier in Ströbitz, am Abend großartiges Verdi-Requiem mit mehreren Chören und großem Philharmonischen Orchester im Staatstheater – ein tiefbewegender Tag mit künstlerisch anspruchsvollem Niveau Foto: J. Heinrich

Cottbus. Nichts wird den gläubigen oder ungläubigen Musikliebhabern geschenkt an diesem Abend. Das „Dies irae“, dieser „Tag des Zornes, Tag der Sünden, wird das Weltall sich entzünden“, donnerte heraus aus dem tiefen überfüllten Konzertzimmer, herunter vom breit aufgestellten Orchester und ließ die himmlischen Figuren an den Balkonen erzittern.  „Welch ein Graus wird sein und Zagen, wenn der Richter kommt, mit Fragen streng zu prüfen alle Klagen!“
Verdis „Messa de Requiem“ ist keine weinende Totenmesse, sie ist, vielfach als „Oper“ bezeichnet,  ein musikalischer Kommentar zu  Notständen, zu Fehlentwicklungen. „Zitternd und voller Furcht“, singt der Sopran, aber dann doch dieses „Bewahre die Seelen vor den Qualen der Hölle. Lass sie vom Tode hinübergehen zum Leben“ im Offertorium der Solisten.
GMD Alexander Merzyn dirigiert den gewaltigen Körper von wenigstens 150 Sängerinnen und Sängern und großem Orchester völlig uneitel und arbeitet sich in den liturgischen Stil der Messe hinein, wie ihn Verdi fand, von den gedämpften Vokalen bis zur großen apokalyptischen Trommel. Er kann sich, wie ein echter Maestro, verhalten zurücknehmen, um dann zu explodieren  und in großer Geste den Orkan auszulösen: „Libera me“ Rette mich!
Im zentralen Offertorium kommen die längst tief ergriffenen Solisten zu Glanz: die großartige lettische Sopranistin mit ihrer warm timbrierten Stimme, neben ihr im Mezzosopran Lena Kutzner, die 2018 hier am Haus als Donna Elvira in Mozarzts „Don Giovanni“ debütierte, gut gerüstet Jens Klaus Wilde als Tenor und auffallend besonnen im Bass Ingo Witzke, beide jetzt auch zu erleben in Wagners „Fliegendem Holländer“.
Das famose Chorensemble hat Chordirektor Christian Möbius aufgebaut und zu solcher Kraft befähigt. Es besteht aus dem Opernchor des Staatstheaters, dem Sinfonischen Chor der Singakademie Cottbus und dem Kammerchor des Konservatoriums unter Leitung der Sopranistin Nadja Merzyn, die in der letzten Spielzeit hier im Haus als Donna Anna im „Giovanni“ zu erleben war.
Verdis Requiem hat das Publikum tief angerührt. Es blieb lange totenstill nach dem letzten „Errette mich!“, dann Standing Ovations, minutenlang.             J.Heinrich




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