Brandenburgs Verbraucherzentrale vermeldet einen kleinen Boom bei den Hofläden:

Region (mk). Etwa vor zehn Jahren, so schätzt die Lebensmittelexpertin der Brandenburger Verbraucherzentrale, Heidrun Franke, entstand die Idee, regionale Produkte vor Ort in Hofläden zu vermarkten. Ein Hauptgrund der Käufer hier zu kaufen ist das Wissen, dass so auch Arbeitsplätze in der Region gehalten werden. „Das ist ein absoluter Grund“, sagt die Expertin. Natürlich lockt auch die Frische der regionalen Produkte sowie die Geschmacksvielfalt, die in den kleinen Läden angeboten wird. So schmecken viele Produkte nicht so standardisiert wie jene aus der Lebensmittelindustrie. Insgesamt beobachtet Heidrun Franke nach den Lebensmittelskandalen der vergangenen Jahre eine Sehnsucht bei den Verbrauchern zu wissen, wo ihre Nahrungsmittel herkommen. Dadurch verzeichnen die Hofläden einen kleinen Boom. Der höhere Preis und der Fakt, dass Hofläden eben keine Vollsortimenter sind, halten viele Kunden aber noch ab. „Man muss sich auch die Zeit für einen Einkauf im Hofladen nehmen“, sagt Heidrun Franke.

Mittlerweile würden aber auch viele Supermärkte Ecken mit regionalen Produkten anbieten. Das Problem hier ist jedoch, dass der Begriff „regional“ nicht definiert ist. Im Prinzip kann das Lebensmittel aus ganz Deutschland kommen, erklärt die Expertin. Deshalb fordert sie eine bessere Kennzeichnung von regionalen Produkten. Ihr Vorschlag wäre, dass auf den Produkten eine Landkarte zu sehen ist, aus der etwa ersichtlich wird, dass das Produkt aus einem Umkreis von zwanzig Kilometern rund um Cottbus erzeugt wurde. Hinzu müssten drei Kästchen kommen: Rohstoffe, Rezeptur und Verarbeitung. Da steht dann dahinter, dass zum Beispiel 50 Prozent der Rohstoffe aus der Region rings um Cottbus kommen. „Das wäre eindeutig“, sagt Heidrun Franke. Hier haben die Verbraucher natürlich in den Hofläden einen Vorteil, da sie bei der Verkäuferin hinterfragen können, wo das regionale Produkt denn genau herkommt. Auch hier rät sie allen Hofladenbesitzern aber so ehrlich zu sein, ihren Kunden zu erklären, was von ihnen selbst produziert wurde und was sie hinzugekauft haben. „Wenn in der Marmelade Orange drin ist, kann das Produkt nicht von hier kommen“, sagt die Expertin und ergänzt: „Wer ehrlich ist, hat die Verbrauchergunst auf seiner Seite“. Insgesamt wünscht sich die Verbraucherschützerin, dass der Begriff „regional“ nicht durch eine Abgrenzung zwischen den Regionen zerrieben wird. „Wenn die Karte auf der Verpackung drauf ist, kann der Verbraucher selbst entscheiden, ob er sich den Apfel aus der
Uckermark oder dem Spreewald schmecken lassen will“.









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