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Edler Blaudruck von Holger Starcken

Spreewald | Von | 29. Juli 2022

Holger Starcken

Blaudrucker Holger Starcken aus Berlin ist mit seinen bei Kennern hoch beliebten Produkten regelmäßiger Gast auf Burger Handwerksmärkten. Schon einer seiner frühen Vorfahren mütterlicherseits namens Klingmüller war Blaufärber in Cottbus Foto: J. Heinrich

Vom Spreewälder Töpferfest direkt zum Europa-Event nach Aachen: Blaudrucker Holger Starcken

Burg (MB). „Am Sonnabend wurde gut gekauft, am Sonntag viel geschaut und gesprochen – zusammen ein perfektes Wochenende“, freut sich Jörg Schulze mit seinen formschönen und praktischen Töpfen, Krügen und Schüsseln aus Crinitz. Sechs Generationen Erfahrung bringt er mit, wenn er zu Märkten reist, und auch andere Töpfer, viele mit der Vorliebe freier figürlicher Gestaltung, zeigen großes Können hier in Burg im Spreewald. Der Töpfermarkt am vergangenen Wochenende war ein großer Erfolg, und daran hatten erneut auch andere Gewerke ihren Anteil, teils sogar recht selten gewordene.
Ein ständiger Gast beim Töpfermarkt in Burg ist seit Jahren der Berliner Holger Starcken mit wundervollen Stücken aus seinem traditionellen Blaudruck-Atelier.
Der echte Blaudruck entsteht in einem komplizierten Reserve-Verfahren. Mittels Model, dem filigranen Druckstock aus Birnen- holz und Messingstiften und -blechen, wird vor dem Färben das Papp auf den Stoff gedruckt. Das erinnert etwas an das sorbische Ostereierfärben (das es früher im wendischen Spreewald übrigens nie gab), ist auch mindestens so kompliziert. Dennoch war das Handwerk einst sehr verbreitet, und die Produkte waren bezahlbar als wendische Alltagskleidung, als bäuerliches Spitzenkleid, sozusagen. Heute wird auf feinstem Damast gedruckt, und in der Lausitz ist die Kunst schon ausgestorben. In Hoyerswerda war einst Wolfgang Nötzold ein Meister dieses Fachs, und in Cottbus hatte Evelin Rühtz-Müller das Handwerk ihres Großvaters Max Rühtz für einige Jahre wieder belebt. In der Burgstraße war ihr Geschäft zu finden.
Der Berliner Holger Starck kennt sie alle, und er kommt auch so gern in die Lausitz, weil einer seiner Vorfahren mütterlicherseits schon in Cottbus Blaufärber war. Er hieß Klingmüller, und das war um 1900 hier ein sehr verbreiteter Name; es gab unter ihnen auch viele Handwerksmeister. Die Blaudrucker stehen gern im fachlichen Kontakt, aber Papp und Küpe, die Elixiere ihres Zaubers, passen nie zusammen, weil die Rezepte geheim bleiben. Und so finden Interessenten bei Meister Starcken stets das Besondere – ob hier in Burg oder bald schon in Aachen beim „Europamarkt Aachen – Kunsthandwerk und Design“ Anfang September. Das ist das größte Treffen für wirklich gutes deutsches und europäisches Kunsthandwerk. Die Könner vieler Gewerke und natürlich zu Tausenden das Publikum tummeln sich auf sieben Plätzen in der Römerstadt rund um den Dom und das Rathaus. Darauf freut sich der Blaudrucker, aber auch Burg im Spreewald ist für ihn immer wieder eine Option. Hnr.

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