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Eine Fabrik der Lernenden - Märkischer Bote - Märkischer Bote
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Eine Fabrik der Lernenden

13. Januar 2011 | Von | Kategorie: Damals war´s, Region |

Cottbus hatte die einzige Höhere Textilfachschule des Ostens
Im 19. Jahrhundert nahm die Lausitzer Textilindustrie mit Schwerpunkten in Forst und Cottbus einen stürmischen Aufschwung und verdrängte in einzelnen Qualitäten England von der Weltspitze. 1870 gab es in Cottbus neben 269 Handwebstühlen schon 525 mechanische Stühle.
Der Fabrikantenverein nahm die eigenen Interessen fest in die Hand, auch die Entwicklung der Fachkräfte. Bereits 1883 richtete er in der Bautzener Straße 154, später am Gerichtsplatz, eine private Webschule ein, die 1896 den Status einer Höheren Fachschule für Textilindustrie erreichte. Ein Schulgebäude mit praktischem Lehr- und Experimentierbereich wurde erforderlich. 1896 begann der Neubau in der Saspower Straße.
Am 3. Juni 1898 erfolgte in Anwesenheit von Oberbürgermeister Paul Werner und Gästen der preußischen Textilwirtschaft die Einweihung der von Prof. Josef Vinzenz geführten, hochambitionierten Bildungsstätte.
Die Schule entwickelte sich schnell zu einer der bedeutendsten Fachschulen Deutschlands. 1910 wurde sie durch eine Appretur und 1912/13 durch einen Bau für Spinnerei, Reißerei und Karbonisation wesentlich vergrößert. Da sich der Lehrplan ausschließlich auf die Tuch- und Buckskinfabrikation konzentrierte, wurde die Schule zur Zentrale der hiesigen Textilindustrie und zugleich zum Experimentierfeld des sächsischen Textilmaschinenbaus.
Der Schule war bereits in den 1920er Jahren ein vollständig eingerichteter, hochmoderner Fabrikbetrieb angegliedert, der über 80 Arbeiter beschäftigte. Außerdem gab es hier ein öffentliches Warenprüfamt und eine Untersuchungskommission für die Textilindustrie.
Die Zahl der Schüler wuchs bis auf 300 in den Abendkursen und 100 je Semester an. Gelehrt wurden die Fachbereich Spinnerei, Weberei, Fabrikation, Appretur und Färberei. Neben der Schule befand sich in der 1936 so benannten Webschulallee auch ein Sportplatz
Der Begriff „Königliche“ Fachschule war eine Ehrbezeugung gegenüber Friedrich II., der im 18. Jahrhundert die Ansiedlung von Webereien stark förderte. Später wurde mit „Preußisch“ firmiert.
Der Schulbetrieb brach bei Kriegsende 1945 ab. Das Gebäude wurde von der Bezirksbehörde der Deutschen Volkspolizei genutzt, die sich an die Auflagen der Denkmalpflege hielt. Allerdings wurde das höchste Feld des Giebels aus Mangel an Reparaturkapazität abgerissen. J.H.
Eine Fabrik der Lernenden
Erst Königliche, dann Preußische Höhere Fachschule für Textilindustrie – die „Webschule“, später Polizeibehörde, ist 1898 eröffnet worden

Eine Fabrik der Lernenden



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