Naturschutz OSL-Kreis: Feldhamster sind ausgestorben

Zu den rund 80 Delegierten der Fachtagung gesellten sich auch Naturschützer aus dem Landkreis Elbe-Elster. Im Fokus standen Fachvorträge von renommierten Experten Foto: Hegewald
Zu den rund 80 Delegierten der Fachtagung gesellten sich auch Naturschützer aus dem Landkreis Elbe-Elster. Im Fokus standen Fachvorträge von renommierten Experten Foto: Hegewald

Experten und Ehrenamtler tagen zu 25 Jahre Naturschutz im OSL-Kreis:
Großräschen. Bei einer Fachtagung zum Thema 25 Jahre Naturschutz im OSL-Kreis ist auf Erfolge des Erhalts der regionalen Pflanzen- und Tierwelt hingewiesen worden. Trotz vorzeigbarer Resultate sehen die Naturschützer noch viel Handlungsbedarf.
Die Zahlen sprechen für sich: Knapp zehn Prozent des Landkreises sind als Flora-Fauna-Habitate ausgewiesen. „Vor 1990 gab es diese noch nicht“, führte Landrat Siegurd Heinze an, der die rund 80 Delegierten im Kurmärkersaal mit weiteren Zahlen „fütterte“. So stieg die Zahl der Europäischen Vogelschutzgebiete von null auf vier, die Zahl der Naturschutzgebiete (NSG) von acht auf 26 und der Landschaftsschutzgebiete von fünf auf sieben Flächen. Bei Kleingebieten ist ein Anstieg von 29 auf 43 und bei den Naturdenkmalen von 170 auf 302 zu verzeichnen. Ferner verwies Siegurd Heinze auf den beeindruckenden Wandel im Landkreis. „150 Jahre Bergbau haben ihre Spuren hinterlassen. Die Neuentwicklung der Region gehe immer parallel mit ökologischen Bestrebungen“, betonte er. Prof. Matthias Freude, Präsident des Landesumweltamtes ergänzte, dass Naturschützer nicht nachlassen dürfen, sich Verbündete zu suchen – bei den Behörden, Verbänden, Landwirten, Betrieben oder in den Reihen der zuverlässigen Helfer, die viel kostbare Zeit für den Naturschutz aufbringen. „Wenn es die Ehrenamtlichen nicht gäbe, würde vieles liegen bleiben“, gab er zu bedenken. „Wissen mehren, Wissen vermitteln und mit vielen anderen Naturschutz machen, egal auf welcher Ebene“, so Freude. Siegfried Berndt (Jahrgang 1928) aus Calau und Reiner Sowa (1936) aus Senftenberg praktizieren das seit Jahrzehnten. Für ihre Lebensleistung im Naturschutz sind sie mit dem Titel „Ehrenbeirat“ ausgezeichnet worden. Der erstmals vergebene Titel soll in den Folgejahren einmal jährlich verliehen werden.
Wie wichtig Naturschutz ist, ließ sich den Vorträgen entnehmen. So sind die Feldhamster in der Region vor drei Jahren ausgestorben. Zunehmend verstummt das Zwitschern der Feldlerchen und Singvögel. „Die Roten Listen werden immer länger“, beklagt Matthias Freude.     U. Hegewald