
Ob Sanierung oder Neubau – das Dach ist das i-Tüpfelchen des Hauses / Dachsanierung bedeutet auch Dämmschutz:
Region (ha). Neben der Fassade mit ihren Fenstern und Türen gehört das Dach zu den wichtigsten Elementen eines Hauses – nicht nur für das Aussehen, sondern auch für die Dichtigkeit.
Wer sein Dach sanieren will, sollte beachten, dass damit auch die neuen Richtlinien der Energieeinsparverordnung, kurz EnEV 2014, eingehalten werden müssen. Auch, wenn das Dachgeschoss nicht ausgebaut wird, müssen bewohnte Gebäude den Vorgaben entsprechen. Das Bauamt kann auch nach Jahren prüfen und nachträglich die Nachbesserung einfordern, was mit deutlich höheren Kosten verbunden sein dürfte als wenn mit der Dachsanierung gleich die Dämmung eingebracht wird. Welche Dämmung zum Einsatz kommt, muss von Dach zu Dach individuell geklärt werden. Entscheidend ist der Kosten-Nutzen-Faktor.
Gesunder Dachstuhl
Das Gros der Häuser, die eine neue Deckung benötigen, ist zwischen 50 und 80 Jahre alt. Häuser, die mit Betonsteinen gedeckt sind, können auch deutlich jünger sein. „Geprüft wird durch den Dachdecker die Tragfähigkeit und die Beschaffenheit des Dachstuhls. Sollten Spuren von Schädlingen oder Pilzen erkennbar sein, raten wir, einen Spezialisten oder Holzgutachter hinzuzuziehen“, erklärt Dachdeckermeister Marco Lecher aus Kolkwitz. „Die Untersuchung durch den Fachmann ist auch sinnvoll, weil es zwar Spuren von holzzerstörenden Insekten geben kann, diese aber längst das Gebälk verlassen haben. Da können also auch unnötige Kosten verhindert werden.“

Steil oder flach
Während bei der Dachsanierung die bisherige Bauform – meist ein Steildach – beibehalten wird, stehen die Bauherren eines Neubaus vor der Entscheidung. „Das Steildach bietet eine enorme Gestaltungsvielfalt. Dem Eigentümer bleibt die Entscheidung, ob das Dachgeschoss gleich oder später ausgebaut werden soll und bietet viel Gestaltungsraum. Mit Gauben und Dachfenstern kann man sehr viel Licht in das Haus holen, was vor allem bei tiefen Räumen sehr von Vorteil ist“, so Marco Lecher. Ein weiterer Vorteil eines Steildaches ist auch die Wartungsfreundlichkeit. Dachrinnen und Fallrohre sind leicht erreichbar, Verstopfungen schnell durch überlaufendes Wasser erkennbar. Auch Undichtigkeiten des Daches, beispielsweise durch Hagelschlag oder Sturmschäden, sind schnell lokalisiert. Dachziegel können mit relativ geringem Aufwand ausgetauscht werden. Ein weiterer Vorteil ist das geringere Eigengewicht und die statische Belastung des Hauses. Denn die Schneelast ist durch die Möglichkeit des Abrutschens erheblich geringer als bei Flachdächern.
Aber auch ein Flachdach hat Vorteile. Besonders bei architektonisch anspruchsvollen Bauten oder auch bei technischen Gebäuden (Lagerhallen, Einkaufszentren). So kann der umbaute Raum bis zu maximalen Bauhöhe optimal ausgenutzt werden. Flachdächer sind mit und ohne Neigungen möglich. Wird die Flachdachfläche begrünt, werden in einigen Regionen und Städten diese Flächen nicht oder nur teilweise für die Berechnung der Regenwassergebühr herangezogen. Aber auch ohne finanzielle Vergünstigung hat ein begrüntes Flachdach Vorteile, sagt Marco Lecher. „Die zusätzliche Schicht schützt das Dach sehr effektiv vor dem größten Feind der Oberflächenmaterialien – der UV-Strahlung. Damit ist die Begrünung eine sinnvolle Investition in den langfristigen Erhalt des Daches. Ein weiterer Vorteil ist das Klima. Vor allem im Sommer ist der zusätzliche Dämmeffekt spürbar, der natürlich auch bei Kälte wirkt.“
Als Materialien werden bei Flachdächern meist Bitumenbahnen oder Folien verwendet, bei Neigungen werden gern auch handwerklich hochwertige Metalleindeckungen gewählt, zum Beispiel in Stehpfalzausführung. Soll das Flachdach begrünt werden, kommt entweder Bitumen oder Folien zum Einsatz, denen die Wurzeln nichts anhaben können.
Einen finanziellen Vorteil kann man keiner der beiden Dacharten zuschreiben. Entscheidend sind die Wahl der Materialien und die Ausführungsqualitäten.

Die Qual der Wahl
Bei einem Steildach stehen die Hauseigentümer vor einer schier endlosen Vielfalt an Möglichkeiten. Zum einen muss das Material entschieden werden. Neben Dachsteinen (aus Beton), deren Verwendung stark rückläufig ist, gehören Dachziegel aus Ton zu den häufigsten Materialien. Aber auch Schiefer, Reet und verschiedene Bleche kommen in Frage. Kriterien sind neben den Kosten nicht zuletzt die Anforderungen an Haltbarkeit und Gewicht. Aluminiumbleche sind mit rund Zehn Kilogramm pro Quadratmeter sehr leicht, halten aber wie Zinkblech nur bis zu 50 Jahre. Kupferblech dagegen ist doppelt so lange haltbar und unwesentlich schwerer. Neben der Leichtdachdeckung schlagen Ziegel mit 50 kg/qm zu Buche, Schiefer gehört mit 90 kg/qm zu den schwersten und langlebigsten Materialien.
In der Farbvielfalt gibt es heute kaum noch Einschränkungen, hinzu kommen die verschiedenen Formen von Ziegeln oder Profilen und die Deckungsarten. Allein beim Schiefer gibt es 28 Deckungsarten. Die Reetdeckung gilt als Spezialgebiet wie die Schieferdeckung. Beides sollte spezialisierten Handwerksbetriebe übernehmen.
Tipp vom Dachdecker
Region (MB). Die Dachdeckerbetriebe der Region machen auf eine Aktion des Dachfenster-Herstellers Velux aufmerksam, der bis Ende Mai eine Dach-Austausch-Aktion anbietet. Auf drei Kombi-Pakete gibt es auf eingesandte Handwerker-Rechnungen bares Geld zurück. Fragen Sie Ihren Dachdecker!








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