Gedenken an Opfer in Gubener Bergkapelle

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Christiane Fritschka, Christa Schmaler und Michael Domke (v.l.) lasen die Namen der jüdischen Einwohner per 1939 vor F.: ur

Bergkapelle blieb verschont / Namensverlesung:
Guben (ur). Zu einer Gedenkveranstaltung hatte die evangelische Kirchengemeinde am Montagabend, 9.11. in die Bergkapelle am Reichenbacher Berg eingeladen. Traditionell wird in jedem Jahr nicht nur an die jüdischen Mitbürger in Guben, sondern gleichzeitig an die Opfer der Reichspogromnacht gedacht. Jüdische Lieder und Gebete, aber auch die Geschichte des jüdischen Friedhofes an der Bergkapelle auf dem Reichenbacher Berg kamen zu Gehör. Dass die Bergkapelle nie abgebrannt und geschändet wurde, sei wohl dem Sohn einer Familie zu verdanken, die in den 30er-Jahren dort wohnte. Ob der Davidstern auf der Bergkapelle damals in guter oder böser Absicht entfernt worden war, weiß man nicht. 1992 wurde er jedenfalls ersetzt. Christiane Fritschka, Christa Schmaler und Michael Domke von der evangelischen Kirchengemeinde verlasen die Namen der Gubener jüdischer Herkunft, die im Einwohnerbuch von 1939 erfasst sind. Die meisten von ihnen sind zu Tode gekommen.