Entwurfsarbeiten von Studierenden der BTU.
Guben/ Cottbus (MB). Die Stadt lädt zu einer Sonderausstellung ein, die in Zusammenarbeit mit Studenten der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg entstanden ist. Unter dem Titel „Gubener Fragmente“ präsentieren Master- und Bachelorstudierende des Instituts für Architektur, Fachgebiet Entwerfen und Gebäudekunde, ihre Entwurfsarbeiten aus dem Sommersemester 2025. Die Ausstellung ist am Dienstag, 3.2., in der Alten Färberei zu sehen. In der Zeit von 10 bis 18 Uhr können Interessierte die Arbeiten besichtigen. Ausgangspunkt der Projekte ist die heutige Doppelstadt Guben-Gubin als ehemals bedeutender Standort der Textil- und Chemieindustrie. Zahlreiche Industriegebäude und bauliche Zeugnisse prägen das Stadtbild bis heute, gleichzeitig ist die Stadt seit den 1990er Jahren mit den Folgen der Deindustrialisierung und des demografischen Wandels konfrontiert.
Unter der Leitung von Prof. Katharina von Stuckrad setzten sich die Studenten intensiv mit diesen Rahmenbedingungen auseinander. Leitfragen waren die Weiterentwicklung der Stadt, geeignete Orte für bauliche Interventionen und neue Nutzungsmöglichkeiten bestehender Brachen. Guben wurde dabei nicht als Problemraum, sondern als Ort mit vielfältigen Potenzialen betrachtet. Im Mittelpunkt stand die Stadt als Gefüge räumlicher, sozialer und infrastruktureller Fragmente. Auf dieser Grundlage entwickelten die Studenten Szenarien, die bestehende Bausubstanz neu interpretieren und Vergangenheit und Zukunft verbinden. Untersucht wurden unter anderem das ehemalige Gerichtsgefängnis, die Villa Lehmann, das Wolllager, der Bahnhof Guben, der Alte Hafen, das Polizeigelände, Pavillon Gubin, Tuchfabrik Wolf sowie Haus der ehemaligen Tuchfabrik Fa. C. Lehmann’s Wwe. & Sohn. Die Ergebnisse, präsentiert in Modellen, zeigen vielfältige Handlungsspielräume und laden ein, das bauliche Erbe als Chance für Wandel zu begreifen, ohne die Identität der Stadt zu verlieren.
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