
Einst koloniales Warentor für Cottbus und die Lausitz – heute preisgekrönte Gasthaus-Pension:
Goyatz. Ringe spielten hier schon immer eine wichtige Rolle. Allerdings waren sie eisern, tellergroß und kräftig. Die Lastkähne mit ihrer Fracht aus Übersee wurden hier festgemacht.
Die heute so bedeutsamen Ringe stecken an bebenden Fingern und sind aus purem Gold. Hochzeitsringe. Paare, die das Fest des Lebens ganz besonders exklusiv feiern möchten, finden hier alles, was sie selbst und ihre Festgesellschaft glücklich macht: malerische Landschaft, vorzügliche Gastronomie, viel Auslauf auf der schicken Terrasse, natürlich auch „Traumschiffe“ für Ausflüge, jede Menge fachliche Freundlichkeit und selbstverständlich ein Hochzeitszimmer vom Feinsten. Malermeister Uwe Woschech hat das Rosenfach überm Bett extra mit Blattgold ausgekleidet. Man gönnt sich ja sonst nichts…
Waskes Gasthaus & Pension „Hafenterrasse“ ist über das traditionelle Datschenland der Cottbuser hinaus längst weithin bekannt. In aller Munde kam es jetzt nochmals aus sehr gutem Grunde:
Im Fassadenwettbewerb der Malerinnung, der 2015 erstmals von den Innungen Südbrandenburg (Cottbus/ Spree-Neiße/Senftenberg) und Berlin gemeinsam ausgerichtet wurde, erzielte der Burger Meisterbetrieb von Uwe Woschech einen zweiten Preis. Der Meister und Lothar Waske als Bauherr teilen sich die Freude darüber. Im Urteil der Jury heißt es unter anderem: „Eine gelungene zeitgemäße und unaufdringliche Gestaltung bringt dieses historische Gebäude zum Strahlen. Der Architektur entsprechend wurde eine harmonisch abgestimmte Farbwahl getroffen. Die handwerkliche und technische Ausführung sprechen für sich…“ Ein Werturteil, das dem Team von Uwe Woschech Kraft gibt. Seit 1920 besteht der Malerbetrieb in Burg – heute ist es einer der ältesten Malermeisterbetriebe der Region.

63 Einreichungen hat es zum Wettbewerb gegeben. Sich gegen die starke Berliner Konkurrenz durchzusetzen – das will schon etwas heißen. Der Meister bedauert dabei, dass in der Lausitz die Zahl der Innungsbetriebe rückläufig ist. Qualität im Handwerk, Erfahrungsaustausch und gute Ausbildung sind für ihn Innungsvorzüge.
Lothar Waske, selbst jahrzehntelang Innungsobermeister des Dachdeckerhandwerks, hat nicht zufällig auf den Malerbetrieb aus Burg gesetzt. Schon die Väter und sogar die Großväter der Männer haben mit ihren Unternehmen kooperiert. Waske-Dächer gibt es seit über 120 Jahren, und seit vielen Jahrzehnten hat dabei der Alte Speicher seine Bedeutung.
Errichtet worden ist das Gebäude um 1848 als Speicher für die Cottbus-Schwielochsee-Pferdeeisenbahn oberhalb der Kaimauer. Dort legten die Schiffe an, brachten Waren aus Übersee und nahmen die Produkte der Cottbuser Tuchmacher mit zu den Kunden des Auslands. Ab 1901 fuhr dann die Spreewaldbahn bis Goyatz und bediente auch diesen Hafen. Im Krieg hat die italienische Botschaft ihr Weinlager nach hierher in Sicherheit gebracht. „Später kaufte Vater das Anwesen“, erzählt Lothar Waske“, „hat es als Lager und für die Dachsteinproduktion genutzt.“ Auch Boote wurden hier ab 1969 eingelagert und immer wieder Kleinproduktions-Linien aufgebaut.
Die Entscheidung für eine Gaststätte fiel 1992. Zunächst war das ein Bistro mit Terrasse, dann hat sich das Bild aber immer komfortabler geformt. Lothar Waske gibt zu: „Es war eigentlich ein früher Traum. Ich habe schon als Kind aufgezeichnet, wie das interessante Gebäude gestaltet werden könnte. Nun ist daraus solide, hochwertige Wirklichkeit geworden. Das Restaurant lädt zum individuellen Besuch oder auch mal zu Lesungen ein. Die Zimmer mit maritimen oder Flurnamen wie Koppan, Werdel oder eben Hoffnungsbay bieten Quartier mit Seeblick, und unterhalb der breiten Terrasse gibt es noch immer die Haltering für Gastleger. In harmonischer Farbgestaltung ist der Alte Speicher für die Fahrensleute des Schwielochsees weithin zu erkennen. J.Hnr.



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