
Spremberger Überführungen sind marode / Neubau-Option bleibt bestehen
Spremberg (trz). Traurig, aber unvermeidlich: Zwischen dem 3. und dem 10. April sollen in Spremberg gleich zwei Brücken abgerissen werden, kündigt das städtische Bauamt an. Konkret handelt es sich um Überführungen über die Bahntrasse Cottbus – Görlitz. Zunächst müsse die sogenannte Kamelbrücke in unmittelbarer Nähe des Spremberger Bahnhofes dran glauben. Das Bauwerk, so erklärt Bauamtsleiter Gerd Schmiedel, sei so marode, dass nur der Abriss bleibe. Schließlich sei die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet. Diverse Teile könnten jederzeit auf die vielbefahrene Bahntrasse fallen.
Gleiches gelte für die Radfahrerüberführung zwischen Sellessen und Groß Luja. Der Rückbau müsse bereits in wenigen Wochen erfolgen, da dann die Bahn die Bahntrasse wegen Bauarbeiten sperre, so Schmiedel. „Die Devise heißt also, Augen zu und durch.“
Wiederaufbau offen
Ob es früher oder später einen Wiederaufbau geben wird, sei noch nicht entschieden. Dafür spreche die Tatsache, dass die Widerlager beider Überführungen erhalten bleiben. Sie könnten neue Konstruktionen aufnehmen.
Im Sommer solle auch die Brücke in der Drebkauer Straße abgerissen werden. Der Abbruch erfolge zwischen dem 24. Juni und dem 21. Juli. Anschließend gebe es einen Neubau, der mit rund 750 000 Euro zu Buche schlägt. Das alte Bauwerk weist ebenfalls massive Schäden auf. Eine Rekonstruktion hätte mehr als ein Neubau gekostet. Zudem wäre die restliche Standzeit kürzer als bei einer gänzlich neuen Brücke.
Das gleiche Prozedere werde bei der Brücke in der Wendenstraße angewandt. Auch dort müsse ein Neubau her. Die bisherige Überführung sei marode. Zudem stelle sie aufgrund der vielen Pfeiler in der Spree eine Gefahr im Hochwassserfall dar, da sich dort unter Umständen Treibgut anlagern könnte.
Kritik unberechtigt
Indes verwahrt sich Schmiedel gegenüber Kritikern, die behaupten, die Stadt habe über viele Jahre ihre Brücken vernachlässigt. Zum einen verfüge die Kommune über 25 eigene Überführungen. Zum anderen habe Spremberg alles in seinem Rahmen Mögliche getan, um die Brücken zu sanieren. Allerdings seien nicht alle Projekte aufgrund des begrenzten Haushaltes sofort durchführbar gewesen. Beispiele für sanierte bzw. neu gebaute Brücken gebe es reichlich, etwa am Schloss, an der Liebesinsel, die Brücke in der Langen Straße sowie Thiede- und Zuavensteg.
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