Bengalisches Feuer und leuchtende Pyramide

Feierliches Fürstengedenken.

Bengalisches Feuer und leuchtende Pyramide
Illumination des Tumulus zum Fürstengedenken Foto: Michael Helbig

Cottbus-Branitz (MB). Wenn am Mittwoch, 4. Februar, die Sonne um 16.57 Uhr hinter den alten Parkbäumen versinkt, wird der Branitzer Park erneut zur Bühne eines ganz besonderen Moments. Zum 155. Todestag von Fürst Hermann von Pückler-Muskau lädt die Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz zu einem würdevollen und zugleich eindrucksvollen Fürstengedenken ein – ganz im Geiste des großen Gartenkünstlers.

An der festlich illuminierten Landpyramide erklingen zu Beginn die Posaunen der Oberkirche St. Nikolai und erfüllen den Park mit feierlichen Klängen. Pfarrerin Johanna Melchior erinnert in ihren Worten an Fürst Pückler und würdigt im Jubiläumsjahr auch Fürstin Lucie, die an seiner Seite wirkte und sein Lebenswerk maßgeblich prägte.

Im Schein von Laternen zieht die Gedenkgemeinschaft anschließend zur Ägyptischen Treppe am Tumulussee. Still und andächtig können dort Kränze, Blumen und Grablichter niedergelegt werden – ein bewegender Moment des Erinnerns inmitten der winterlichen Parklandschaft. Währenddessen gleitet traditionsgemäß die Gondel der Branitzer Gärtner zur Gedenksteininsel, wo ein Kranz der Stiftung abgelegt und die Insel in sanftes Licht getaucht wird.

Der Höhepunkt des Abends folgt mit der eindrucksvollen Schmuckillumination der Seepyramide, der letzten Ruhestätte Fürst Pücklers. Rund 15 Minuten lang erstrahlt die Pyramide in bengalischem Feuer, Qualm zieht geheimnisvoll über den See, Feuerkegel und Knalleffekte setzen dramatische Akzente. Pyrotechniker Jörg Nevoigt setzt dabei überlieferte Anweisungen Pücklers aus dem Jahr 1863 um – ein lebendiges Echo auf den exzentrischen Geist des Fürsten, der Zeit seines Lebens das Außergewöhnliche liebte. Musikalisch getragen wird das Gedenken von den Posaunenbläsern der Oberkirche St. Nikolai sowie den Jagdhornbläsern Fürst Pückler Branitz-Kahren. Bereits ab 16.30 Uhr lädt das Cavalierhaus Branitz mit Punsch und einem Imbiss zum Verweilen ein.

Zeichnung des Oberinspektors Weisflog für die Schmuckillumination des Tumulus, Brief an den Fürsten Pückler, 8. September 1863
Zeichnung des Oberinspektors Weisflog für die Schmuckillumination des Tumulus, Brief an den Fürsten Pückler, 8. September 1863. Illustration: SFPM/ Archive

Fürst Hermann von Pückler-Muskau, der am 4. Februar 1871 im Schloss Branitz verstarb, war weit mehr als ein Gartenkünstler. Er war Dandy, Weltreisender, Bestsellerautor und Genießer des Schönen – und schuf mit dem Tumulus vor fast 170 Jahren eine Grabstätte, die bewusst als Vermächtnis gedacht war. Das Fürstengedenken mit bengalischem Feuer hält diese Erinnerung lebendig und lässt Geschichte, Licht und Klang zu einem feierlichen Gesamterlebnis verschmelzen.

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